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Themen-Check: 2015 - Im Banne der Zentralbanken
Galt 2014 als Jahr der gefühlten Aktienhausse, ließe sich 2015 als Jahr erlebter Zentralbankpolitik bezeichnen. Und wer wie wir im Dezember 2014 einen Zuwachs des DAX von 10 bis 15 Prozent im kommenden Jahresverlauf erwartet hatte, konnte mit Erstaunen bereits Ende Februar dieses Ziel erreicht sehen – am 10. April markierte das Börsenbarometer mit 12.390 Zählern sein Allzeithoch. Einen Zuwachs von sage und schreibe 26 Prozent innerhalb von gut drei Monaten – damit hatten selbst kühnste Optimisten nicht zu rechnen gewagt. Dass der DAX im August sogar mehr als all diese Gewinne wieder abgegeben haben würde, hätte im April aber wohl auch kaum jemand gedacht. Aber gegen Ende dieses Jahres scheint sich für den DAX immerhin noch ein möglicherweise knapp zweistelliges prozentuales Plus herauszukristallisieren. Dafür musste die Börsianerpsyche aber recht viel aushalten. Natürlich haben dabei die Politik der Europäischen Zentralbank und auch die der US-Notenbank den doch schwierigen Weg des DAX maßgeblich beeinflusst. Dabei sah zunächst alles recht eindeutig aus. Die EZB kündigte bereits im Januar ihr quantitatives Lockerungsprogramm an, mit dem nicht nur der deutsche Aktienmarkt einen erheblichen Schub erfuhr. Das Anleihekaufprogramm, das im März begonnen wurde, wirkte sich auch auf den Wechselkurs des Euro gegenüber dem US-Dollar aus. So war der Euro noch mit 1,2180 USD ins neue Jahr gestartet, um schließlich Mitte März mit 1,0460 USD den tiefsten Kurs des Jahres zu markieren. Damit wird deutlich, dass die Abwertung der Gemeinschaftswährung zum größten Teil bereits vor Umsetzung der geldpolitischen Maßnahmen der EZB stattfand. Was die Entwicklung des DAX während dieser Zeit angeht, scheinen ausländische Investoren dem deutschen Aktienmarkt wesentlich mehr zugetraut zu haben als heimische Anleger. Deren Kaufbereitschaft war vor allen Dingen nach Erreichen der 11.000er Marke, also rund 12 Prozent vom Jahresbeginn aus gerechnet, deutlich zurückgegangen. Die Skepsis, die sich danach breitmachte, rührte vor allen Dingen von der Aversion dagegen her, die aufgelaufenen Gewinne womöglich wieder hergeben zu müssen. Dass es während jener Zeit eine griechische Schuldenkrise gab, in deren Verlauf sogar der Austritt der Hellenen aus dem europäischen Währungsverbund, der so genannte Grexit, drohte, untermauerte diese Zurückhaltung argumentativ. Überhaupt war die Entwicklung des DAX nach Erreichen seines neuen Allzeithochs im April geradezu klassisch. Weil für die verbliebenen bullishen Anleger der niedrige Bezugspunkt des DAX vom Jahresanfang (rund 9.800 Zähler) vielfach schon längst in den Hintergrund getreten war und man sich im ersten Quartal recht schnell an die steigende Kurse gewöhnt hatte, wurden die dabei entstandenen Gewinne zwar oft nicht monetär, aber dafür mental realisiert. Die Folge: Das neue Allzeithoch wurde im Zuge der darauffolgenden massiven Schwäche des Börsenbarometers zum neuen Referenzpunkt. In Abhängigkeit von diesem neuen Bezugspunkt wähnten sich viele Investoren nun mental im Verlustbereich. Und daher entwickelten sie eine Risikofreude, die sich in der Stimmungsentwicklung der Börsianer während der zweiten Jahreshälfte spürbar abzeichnete – im Sinne einer verhaltensorientierten Finanzmarktanalyse ein klassischer Verlauf. So wurden bereits bestehende Engagements während der DAXSchwäche seit Jahresmitte teilweise deutlich aufgestockt. Vor allem im letzten Quartal manifestierte sich diese Haltung in einem teils überbordenden Optimismus (vgl. Börse Frankfurt). Ein Optimismus, der hohen Erwartungen an weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen der EZB entsprang und der sich Anfang Dezember als überzogen herausstellen sollte. Unterdessen ist die US-Notenbank über weite Strecken des Jahres mit dem Entschluss schwanger gegangen, nach fast einer Dekade endlich den Leitzins ein wenig von der Null-Linie anzuheben. Dieses Vorhaben wurde immer wieder verschoben, nicht zuletzt, weil in China eine Börsenblase platzte und sich die dortige Regierung zu drastischen Maßnahmen bis hin zu massiven (Leer)verkaufsverboten und Interventionen im Aktienmarkt veranlasst sah. Möglicherweise haben – neben einer unbefriedigend verlaufenden Inflation – auch der mittlerweile stark gestiegene Außenwert des US-Dollar die Fed bis Mitte Dezember vor diesem ersten Zinsschritt zögern lassen. Insgesamt scheinen also die Vorzeichen für den DAX 2016 nicht so günstig zu sein wie noch Ende 2014. Auch wenn politische Ereignisse oder Terroranschläge wie die beiden in Paris im Januar und November dieses Jahres, meist nur kurzfristigen Einfluss auf das Börsengeschehen ausüben, selbst wenn wir sie so hautnah miterleben müssen, bleiben doch beträchtliche Risiken. Sollten sich etwa die Nationalisierungstendenzen einiger europäischer Mitgliedstaaten verstärken, könnten sich diese langfristig auch auf den Aktienmarkt auswirken. Vor allem, wenn sich darin eine spürbare Bedrohung für den Fortbestand der Eurozone manifestieren sollte. Schließlich dürfte das Schicksal des DAX weiterhin durch die divergierenden geldpolitischen Strategien von EZB und Fed beeinflusst werden. Allerdings wird sich wohl am Ende vor allen Dingen bei den Anhängern einer lockeren Geldpolitik mehr und mehr die Skepsis breitmachen, ob eine weitere Erhöhung der Anleihekäufe, begleitet von noch niedrigeren Zinsen, überhaupt noch zum gewünschten Erfolg in der Eurozone führen kann. Insofern sind wir Ende 2016 vielleicht schon froh, wenn sich beim Dax zumindest ein kleines Plus verbuchen lässt. Wir melden uns in 2016 wieder zurück und wünschen Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches neues Jahr! |
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