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Markt-Check: rückBlick und ausBlick - Gefangen zwischen Wachstumssorgen und Geldpolitik
Zu Beginn des Interviews interessiert uns natürlich, welche Ereignisse Sie in den letzten Monaten überrascht haben und wo sich Ihre Einschätzungen im Rückblick bestätigt haben? W: Richtig lagen wir mit unserer Einschätzung der weiteren Geldpolitik, vor allem von Seiten der Europäischen Zentralbank. Wir prognostizierten, dass die Notenbanken die Märkte weiter mit Liquidität unterstützen würden, und genau dies ist ja dann auch mit dem Anfang März implementierten Anleihenkaufprogramm umgesetzt worden. Was uns allerdings überrascht hat, war das Thema Griechenland. Ehrlich gesagt haben wir dort mit einer viel schnelleren Einigung gerechnet. Der Widerstand der griechischen Regierung, die Extraschleife über das Referendum und das letztliche Einlenken hat die Kapitalmärkte doch deutlich verunsichert. Herr Schneider, wie bewerten Sie als technischer Analyst die letzten Monate? S: Kurz gesagt, nach den Kursanstiegen im DAX® zu Beginn des Jahres bewahrheitete sich die alte Börsenweisheit bzw. das saisonale Phänomen „Sell in May and go away“. Ob allerdings auch der zweite Teil „But remember to come back in September“ eintritt und wir noch eine große Welle bekommen, die uns nach oben spült, ist momentan noch ungewiss. Wir dürfen dabei ja nicht vergessen, wo die Märkte herkommen. Der Dow Jones hat sich beispielsweise seit 2009 nahezu verdreifacht. Von technischer Seite wäre daher eine einjährige Konsolidierung oder Korrektur nicht verwunderlich. Kaum ist allerdings das griechische Drama für eine gewisse Zeit vertagt, verunsichern die Ereignisse in China die Marktteilnehmer und sorgen für Unruhen. Wie schätzen Sie diese Problematik ein? W: Hier sehen wir das viel größere Problem, zumal die Unsicherheit zu Griechenland fürs Erste, d.h. kurz- bis mittelfristig, ausgestanden sein sollte. Der Zustand der chinesischen Wirtschaft ist allerdings seit jeher eine Art Blackbox. Inwieweit das Wirtschaftswachstum und die Konjunkturdaten der Wahrheit entsprechen, kann nur gemutmaßt werden. Solange es gut läuft, sind die Märkte zufrieden, aber jetzt hat man das Gefühl, dass es stockt, und deswegen werden Fragen gestellt. Zudem sorgen Maßnahmen wie beispielsweise die Abwertung des Yuan für erhebliche Unsicherheit an den Börsen. Da die chinesische Regierung nicht einmal während der Asienkrise zu solchen Maßnahmen gegriffen hat, stellen sich die Marktteilnehmer nun natürlich die Frage: Wie schlimm steht es um die chinesische Wirtschaft wirklich? Und wie schätzen Sie die Lage aktuell ein? W: Wir glauben, dass es nicht so schlimm ist wie viele vermuten. Unserer Meinung nach agiert die chinesische Regierung proaktiv, d.h. es wird versucht, gewisse Probleme schon im Voraus anzugehen und nicht erst im Nachhinein. Nichtsdestotrotz scheint die chinesische Wirtschaft momentan in einer Wachstumsschwäche begriffen zu sein – das kann man nicht wegdiskutieren. Obwohl China weit weg ist, wurde der DAX® sehr stark in Mitleidenschaft gezogen, der DAX® hat die Gewinne der ersten Jahreshälfte in kurzer Zeit wieder abgegeben. Welche Auswirkungen hat die chinesische Wachstumsschwäche auf die hiesigen Unternehmen? W: Die China-Problematik hat natürlich eine ganz starke Bedeutung für die deutschen Exporte. Man sieht es schon an den letzten Quartalsberichten der deutschen Automobilbauer, wo in Teilen das China-Geschäft nicht mehr so gelaufen ist wie vorher. Aber es ist nicht nur China. Diese Wachstumsschwäche bezieht sich auf fast alle Schwellenländer. Und vor dem Hintergrund einer möglichen Zinserhöhung in den USA ist hier auch keine Besserung in Sicht, da der Kapitalabfluss in den Dollarraum vermutlich weiter anhalten wird. Wenn diese Absatzmärkte in Mitleidenschaft gezogen werden, hat das auf ein exportlastiges Land wie Deutschland natürlich große Auswirkungen. Ein anderes Thema, das die Märkte immer wieder beschäftigt, ist die Notenbankpolitik. Was ist in absehbarer Zeit von den Währungshütern zu erwarten? W: Wir werden in naher Zukunft ein weiteres Auseinandergehen in der Notenbankpolitik sehen – unabhängig davon, ob die Fed im September oder Dezember die Zinsen erstmalig erhöhen wird. Das Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank ist bis September 2016 terminiert und wir können uns durchaus vorstellen, dass es auch darüber hinausgeführt wird. Schließlich ist das Ziel der EZB, die Inflationsrate auf knapp unter 2 % zu heben, noch weit entfernt. Im Gegensatz dazu wird die US-amerikanische Notenbankpolitik voraussichtlich restriktiver werden, die an den Märkten vielfach diskutierte Zinswende rückt näher. Hier ist ja noch offen, wann sie kommen wird und falls ja, wie hoch sie ausfallen wird. Wie sind Ihre Einschätzungen dazu? W: Das Thema Zinswende ist unserer Meinung nach etwas zu hoch aufgehängt. Die Fed hat selbst gesagt, dass eine Zinserhöhung, so sie denn kommt, eher marginal ausfallen wird. Wir erwarten eher einen symbolhaften Schritt, der zeigen soll, dass die Fed als wichtigste Notenbank der Welt wieder bereit ist, die Zinsen auch einmal zu erhöhen. Alte Zinserhöhungszyklen in Richtung 3 % oder 4 % sollten nicht als Blaupause herangezogen werden. Die Realwirtschaft dürfte davon nicht wirklich betroffen werden. Also: Zinswende ja, allerdings nur in kleinen Schritten und vermutlich noch nicht im September, sondern auch aufgrund der China-Problematik eher im Dezember. Herr Schneider, welche Erwartungen haben Sie an die amerikanischen Zinsen? S: Ich muss zugeben, dass mich die Entwicklung der zehnjährigen US-Rendite etwas überrascht hat, da ich mit einem stärkeren Anstieg gerechnet hatte. Nichtsdestotrotz ist im Chart eine Wende erkennbar. So wurde im Februar letzten Jahres ein Tief ausgebildet und seitdem sind die Zinsen per saldo angestiegen. Da die Indikatoren ebenfalls Kaufsignale liefern, sehen wir hier vermutlich sogar eine übergeordnete Wende. Mittel- bis langfristig erwarte ich somit steigende Sätze. Sollten die Zinsen allerdings signifikant unter 1,85 % fallen, wird dieses Szenario unwahrscheinlicher. Ebenfalls interessant ist die Entwicklung des US-Dollar gegenüber dem Euro. Mit welchem Wechselkurs müssen wir in den nächsten Monaten rechnen? S: Technisch gesehen rangiert der Euro aktuell in einem Band zwischen 1,15 und 1,08 USD, obwohl er im Rahmen einer Übertreibungsphase kurzzeitig bis 1,17 USD anzog. Dennoch befindet sich die Währung mit Blick auf das langfristige Bild nach wie vor nur in einer Erholungsbewegung, die bis in den Oktober hineinlaufen kann. Danach erwarte ich einen erneuten Rücksetzer in Richtung 1,03 USD. W: Ähnlich sehen wir das von der fundamentalen Seite. Auf Sicht der nächsten sechs Monate erwarten wir einen Kurs von 1,10 und auf Sicht von 12 Monaten 1,08 – also eine leicht rückläufige Entwicklung, die Parität werden wir vermutlich aber nicht erreichen. Zu guter Letzt die obligatorische Frage nach den Favoriten für die nächsten Monate. Anfang des Jahres nannten Sie, Herr Dr. Wohlgemuth, den DAX® und Sie, Herr Schneider, den Nikkei. Hat sich an Ihrer Meinung etwas geändert? S: Unter technischen Gesichtspunkten hängt es jetzt davon ab, wie sich die letzte Schwäche auswirkt. Wir haben am 24. August zwar Anzeichen eines Ausverkaufs gesehen, der für einen Anstieg spricht. Dennoch könnte sich eine mittel- bis langfristige Abwärtsbewegung entwickelt haben. Dies wird aber erst deutlich, wenn DAX® & Co. im September nicht anziehen können. Können sich die weltweit wichtigen Indizes behaupten, wird ein nochmaliger Anstieg bis zum Frühjahr des nächsten Jahres möglich. Dann wäre der DAX® auch mein Favorit, da dieser allgemein in Hausse-Phasen überproportional steigt und in einer Baisse deutlicher fällt. Sollte die Möglichkeit einer Trendwende im September/Oktober nicht bestätigt werden, wäre das obengenannte positive Szenario allerdings hinfällig. Man müsste dann in defensivere Werte oder sogar in Cash wechseln. W: Ich bleibe bei meinem Favoriten von Anfang des Jahres, dem DAX®. Meiner Meinung nach werden in nächster Zeit an den Aktienmärkten wieder vermehrt die positiven Faktoren in den Fokus rücken. Hier sind die relative Attraktivität, hohe Dividenden versus niedrige Renditen an den Zinsmärkten, gute bis sehr gute Unternehmensergebnisse und auch die in Anbetracht des Niedrigzinsumfeldes nach wie vor attraktiven Bewertungen zahlreicher Titel zu nennen. Vielen Dank. Trotz der jüngsten Turbulenzen an den Börsen sind das ja durchaus positive Ausblicke und wir sind gespannt, was uns die nächsten Monate bringen werden. |
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