Stefan Bielmeier, DZ BANK
Griechenland vor dem Staatsbankrott
Nun hat es die griechische Regierung mit ihrer aggressiven Verhandlungstaktik doch übertrieben und steht vor einem Scherbenhaufen. Die Ankündigung am 5. Juli ein Referendum über das mögliche 3.Programm abzuhalten hat allen weiteren Verhandlungen den Boden entzogen. Denn gleichzeitig mit der Ankündigung des Referendums hat die griechische Regierung sich auch klar gegen die Vorschläge der Eurogruppe positioniert. Griechenland hätte bis zu dem Referendum eine Verlängerung der laufenden Programme benötigt und vor allem die weitere Unterstützung der EZB. Die griechische Bevölkerung hat bereits kurz nach der Ankündigung des Referendums reagiert und soviel Euro wie möglich abgehoben. An den Geldautomaten hatten sich lange Schlangen gebildet. Entsprechend müsste die EZB am Montag mit großer Wahrscheinlichkeit die ELA Höchstgrenzwerte weiter anheben, denn es kann von einem regelrechten Ausbluten des griechischen Bankensystems ausgegangen werden. Jedoch würde eine solche Entscheidung weit über das Mandat der EZB gehen, da die Solvenz der Banken nun konditioniert wäre und vom Ausgang des Referendums abhinge. Konsequenterweise hat die Eurogruppe eine Verlängerung des laufenden Programms mit Griechenland nicht zugestimmt. Wenn es in den nächsten Stunden nicht doch noch zu einer Einigung kommt – zwar unwahrscheinlich, aber nicht gänzlich ausgeschlossen – sollte auch die EZB das ELA Programm für Griechenland beenden.
Wenn es dabei bleibt, wären die Folgen für Griechenland dramatisch. Griechenland würde in den Staatsbankrott gehen. Die fälligen Schulden des IMF und der EZB könnten nicht mehr bedient werden. Die zu zahlenden Löhne, Renten und Rechnungen könnte der Staat auch nicht mehr zahlen, zumindest nicht in Euro.
Die Folgen für die Finanzmärkte dürften dagegen überschaubar bleiben. Zwar sollte die Volatilität zunächst zunehmen. Aber letztendlich sollte sich die Meinung durchsetzen, dass es für den Euroraum insgesamt besser ist, wenn man sich an die eigenen Regeln hält. Außerdem kann die EZB einer möglichen deutlichen Spreadausweitung an den europäischen Anleihemärkten durch die laufenden Programme entgegenwirken. Rein wirtschaftlich hat Griechenland eine geringe Bedeutung, so dass es am Aktienmarkt kaum langfristige Folgen geben sollte.
Sind nun alle Möglichkeiten ausgeschöpft? Nein, bis zur Fälligkeit der EZB-Kredite am 20. Juli kann es immer noch eine Lösung geben. Man kann nur hoffen, dass bei der griechischen Regierung die Vernunft doch noch siegt.
Quelle: http://bielmeiersblog.dzbank.de/
Das Derivateportal der DZ BANK: Eniteo.de
Kontakt:
DZ BANK AG
+49(0)69-7447-7035
wertpapiere@dzbank.de
Eniteo.de
IMPRESSUM
Herausgeber: DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main, Platz der Republik, 60265 Frankfurt am Main
Vorstand: Wolfgang Kirsch (Vorstandsvorsitzender), Lars Hille, Wolfgang Köhler, Dr. Cornelius Riese, Thomas Ullrich, Frank Westhoff, Stefan Zeidler
Verantwortlich für den Inhalt: Stefan Bielmeier, Leiter Research und Volkswirtschaft
© DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main 2015
Nachdruck und Vervielfältigung nur mit Genehmigung der DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main
RECHTLICHE HINWEISE
Dieses Dokument dient ausschließlich Informationszwecken. Dieses Dokument ist durch die DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank ("DZ BANK") erstellt und zur Verteilung in der Bundesrepublik Deutschland bestimmt. Dieses Dokument richtet sich nicht an Personen mit Wohn- und/oder Gesellschaftssitz und/oder Niederlassungen im Ausland, vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Großbritannien oder Japan. Dieses Dokument darf im Ausland nur in Einklang mit den dort geltenden Rechtsvorschriften verteilt werden und Personen, die in den Besitz dieser Informationen und Materialien gelangen haben sich über die dort geltenden Rechtsvorschriften zu informieren und diese zu befolgen. Dieses Dokument stellt weder ein öffentliches Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Erwerb von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Die DZ BANK ist insbesondere nicht als Anlageberater oder aufgrund einer Vermögensbetreuungspflicht tätig. Dieses Dokument ist keine Finanzanalyse. Die DZ BANK übernimmt keine Haftung für unmittelbare oder mittelbare Schäden, die durch die Verteilung und/oder Verwendung dieses Dokuments verursacht und/oder mit der Verteilung und/oder Verwendung dieses Dokuments im Zusammenhang stehen. Eine Investitionsentscheidung bezüglich irgendwelcher Wertpapiere oder sonstiger Finanzinstrumente sollte auf der Grundlage eines Beratungsgesprächs erfolgen. Die vollständigen Angaben zu den Wertpapieren oder Finanzinstrumenten, insbesondere zu den verbindlichen Bedingungen, Risiken sowie Angaben zur Emittentin sollten dem jeweiligen Prospekt entnommen werden. Die Aussagen entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt der Erstellung des Dokuments. Die Angaben insbesondere zum Kurs des Basiswerts, dem Geld- und Briefkurs sowie weiteren Kennzahlen des Bonus-Zertifikats werden sich im Zeitablauf ändern. Die jeweils aktuellen Daten finden Sie unter www.eniteo.de.
Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.
Sollte ein hier durch einen Eingeber distribuierter Inhalt aus Ihrer Sicht gegen geltendes Recht verstoßen, schicken Sie bitte eine Email an nc. Der gemeldete Inhalt wird umgehend überprüft und ggf. gesperrt.