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16.04.15, 12:00

Themen-Check: Zentralbanken - Motor der Aktienmärkte

Sieben Monate ist es gerade einmal her, dass hierzulande von Crash-Ängsten die Rede war. Ähnliche Befürchtungen wie damals werden übrigens seit einigen Tagen wieder von Kommentatoren und Analysten artikuliert.

Themen-Check: Zentralbanken - Motor der Aktienmärkte

Sieben Monate ist es gerade einmal her, dass hierzulande von Crash-Ängsten die Rede war. Ähnliche Befürchtungen wie damals werden übrigens seit einigen Tagen wieder von Kommentatoren und Analysten artikuliert. Damals wie heute wird etwa der Nobelpreisträger Robert Shiller zitiert, denn die von ihm entwickelte Cape-Ratio (ein um zyklische Faktoren bereinigtes Kurs/Gewinn-Verhältnis für US-Aktien) befindet sich seit September 2014 im "Gefahrenbereich" - ein Indiz für eine bevorstehende Blasenbildung. Seither ist der DAX jedoch um rund 25 Prozent in der Spitze gestiegen, der Euro von seinerzeit knapp 1,30 temporär auf 1,05 USD gefallen. Wer heute allein die Entwicklung des Börsenbarometers während der vergangenen 13 Wochen betrachtet, wird feststellen, dass es nur eine kurze Phase gab, die mit einem kleinen Minus endete.

Der massiv gestiegene DAX - unbedarfte Beobachter würden von einem wunderschön geschnittenen Aufwärtstrend sprechen, den selbst Laien hätten erkennen müssen - stellt Anleger wie institutionelle Investoren vor große Probleme. Den einen fehlt wie im September 2014 der Mut, jetzt noch in die laufende Börsenhausse einzusteigen. Und institutionelle Anleger, die den DAX "schlagen" wollen, bekommen kaum eine Gelegenheit dazu. Selbst wer über richtig erkannte Korrekturen im Aufwärtstrend seine Performance verbessern wollte, hatte keine Chance. Im Gegenteil: Wer gegen den Trend setzte, legte meist drauf.

Warum nur hat man nicht einfach stärker auf die Interventionsfähigkeiten der Notenbanken vertraut? Denn von den "großen Vier" geht seit Herbst 2014 keine ernsthafte Gefahr für die Aktienmärkte in den jeweiligen Staaten aus. Weder die Bank von Japan noch die Bank von England - letzterer hatte man sogar einmal eine Vorreiterrolle in Sachen Zinswende zugeschrieben - hat am Status quo etwas verändert. Zwar hatte die US-Notenbank 2014 mit Erfolg ihr quantitatives Lockerungsprogramm QE3 zurückgefahren, doch tut sie sich mit der Beendigung ihrer ultra-niedrigen Zinspolitik offensichtlich schwer. Obwohl sich gerade der US-Arbeitsmarkt während der vergangenen 12 Monate achtbar geschlagen hat, gibt es für manche Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) gute Gründe, mit der vor kurzem noch für Juni dieses Jahres erwarteten Zinswende bis September zu warten. So offenbart das vor gut einer Woche veröffentlichte Protokoll der vergangenen Sitzung des FOMC eine deutliche Spaltung zwischen den Befürwortern und Gegnern einer baldigen Zinserhöhung Letztere sind in der Mehrheit. Unter dem Strich gewinnt man den Eindruck, dass sich die Fed nicht gerne in die Karten gucken lässt, was dort allerdings mit der Strategie, datenabhängig entscheiden zu wollen, umschrieben wird.

Viel schwerer wiegt vermutlich die Angst der US-Notenbank, mit einer verfrühten Zinserhöhung am Ende dazustehen wie vor Jahren die Bank von Japan, die mehrmals eine eingeleitete Zinswende umgehend wieder zurücknehmen musste. Deswegen erscheint es sogar optimistisch, anzunehmen, dass die Fed im September tatsächlich mit einer ersten Mini-Zinserhöhung aufwarten könnte. Zumal der zuletzt massiv erhöhte ungünstige Außenwert des US-Dollar noch nicht in vollem Maße auf Wachstum und schleppende Inflation in den USA durchgeschlagen hat.

Obwohl die Europäische Zentralbank eine schwierige geldpolitische Situation vorfand, hat sie sich am Ende doch noch gut geschlagen. Verglichen mit den Maßnahmen vom vergangenen Herbst, als noch Käufe von ABS (forderungsbesicherten Wertpapieren) sowie Covered Bonds auf der Agenda standen, ist nun ein mehr als eine Billion Euro schweres echtes quantitatives Lockerungsprogramm auf den Weg gebracht worden. Auch wenn hierzulande sehr umstritten und auch innerhalb des EZBRates nicht einstimmig verabschiedet, hat das Anleihekaufprogramm zumindest für die Aktienmärkte seine Wirkung nicht verfehlt, ein Umstand, der auch von ausländischen Anlegern honoriert wurde. Denn vor die Wahl gestellt, möglicherweise im US-Aktienmarkt wegen einer Zinserhöhung Dynamikverluste hinnehmen zu müssen, erhielten europäische Aktien, allen voran der DAX, den Vorzug. Am Ende könnte sogar das leichte Wirtschaftswachstum der Eurozone im vierten Quartal 2014 durch die damals entstandene Hoffnung auf ein quantitatives Lockerungsprogramm der EZB beflügelt worden sein. Jedenfalls sprechen die mehr als 50 Milliarden Euro, die allein in diesem Jahr von den USA in die europäischen Wertpapiermärkte (BofA Merrill Lynch) geflossen sein sollen, eine eigene Sprache.

Auch wenn einige Mitglieder des EZB-Rates das gerade erst begonnene quantitative Lockerungsprogramm am liebsten eher heute als morgen beenden würden, vertraut das internationale Kapital offenbar nach wie vor den Versprechen Mario Draghis. Eines davon hat der EZB-Präsident erst vor kurzem erneuert, indem er verkündete, das Anleihekaufprogramm wie geplant bis September 2016 durchführen zu wollen. Mit anderen Worten: Wer bislang auf Mario Draghi gesetzt hat, wurde nicht enttäuscht.

Der größte Unsicherheitsfaktor für die Aktienmärkte hierzulande ist psychologischer Natur, sobald sich etwa die Auffassung durchsetzen würde, dass die EZB bereits bei einem allerersten deutlichen Anziehen der Konsumentenpreise in der Eurozone das quantitative Lockerungsprogramm wieder einstellen würde. Zumal dessen Erfolg ohnehin hierzulande von einer großen Mehrheit infrage gestellt wird. Es ist diese Gefahr, die Anleger (noch) zurückhält, sich im großen Stil im DAX zu engagieren. Noch geht die Angst um, dass ein paar ungünstige offizielle Statements zur falschen Zeit den Börsentraum hierzulande mit einem großen Knall platzen lassen könnten.


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