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19.03.15, 10:45

Themen-Check: In der Status-quo-Falle ...

10.000, 11.000 und nun sogar mehr als 12.000 Zähler - der DAX scheint sich momentan in grenzenlose Höhen zu schrauben. Was aber haben all diese Niveaus gemeinsam?

Themen-Check: In der Status-quo-Falle ...

10.000, 11.000 und nun sogar mehr als 12.000 Zähler - der DAX scheint sich momentan in grenzenlose Höhen zu schrauben. Was aber haben all diese Niveaus gemeinsam? Zum Aktienkauf sahen sie in den Augen der meisten Börsianer auf dem Weg nach oben schlicht zu teuer aus. Daher dürften auch nicht allzu viele Anleger an dieser massiven und durchaus nicht alltäglichen Rallye am deutschen Aktienmarkt teilgenommen haben. Obgleich doch gerade den Deutschen der Wunsch nach genügend Geld so wichtig ist. So hatte etwa die Gesellschaft für Konsumforschung unlängst festgestellt, dass den Bürgern hierzulande lediglich ihre Gesundheit noch wichtiger als Geld ist. Doch ist dieses für die meisten nur insofern wichtig, als man genug davon haben möchte, um ein sorgenfreies Leben führen zu können. Und bei dem Wort „Gewinn“ denken die meisten Deutschen an sechs Richtige im Lotto und nicht an ein erfolgreiches Aktienengagement. Börsenpapiere scheinen trotz des jüngsten Booms nicht einmal bei 20 Prozent der Bevölkerung beliebt.

Jetzt könnte man natürlich argumentieren, die jüngste Aktienhausse sei fundamental überhaupt nicht gerechtfertigt und der aktuelle Trend sowieso überzogen. Selbst das Anleihekaufprogramm, das die Europäische Zentralbank Anfang März gestartet hat, wird vielerorts anscheinend nicht als überzeugendes Kaufargument für den Aktienmarkt gewertet. Denn Gelddrucken weckt ohnehin bei vielen Anlegern und Sparern den Anschein von Inflation und mangelnder Seriosität. Außerdem gilt häufig immer noch der Grundsatz: "Ich bin gerne bereit, etwas zu riskieren, allein, es darf nichts kosten."

Aber man kann auch die deutschen Sparer verstehen, wenn sie Angst vor Reue haben. Denn Menschen entscheiden sich - egal, ob es sich um den Aktienkauf oder eine Entscheidung im Privatleben handelt - nicht gern für eine Handlungsalternative, die die Gefahr in sich birgt, später bedauert werden zu können. Dies ist vor allen Dingen dann der Fall, wenn das Objekt der Begierde, hier der DAX, so teuer wie noch nie zuvor ist und sich kein Referenzpunkt für einen historischen Vergleich finden lässt. Zwar sind derzeit nahezu täglich erreichte neue Allzeithochs so etwas wie der schlagende Beweis dafür, dass der Aktienmarkt in hervorragender Verfassung ist - doch möchte niemand beim Kaufen der Letzte sein. Und wie schnell das passieren kann, hat uns die so genannte Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende, aber auch die massiven Kurseinbrüche im Zuge der Finanzkrise ab Anfang 2008 gelehrt.

Aber abgesehen davon, dass sich Börsianer hierzulande an Aktien nicht noch einmal die Finger verbrennen möchten, kennt man gerade in Deutschland das, was Psychologen einen "Status-quo-Bias" nennen, wobei der Begriff "Bias" in diesem Kontext so viel wie Voreingenommenheit bedeutet. Dabei geht es um den Impuls, Erreichtes unter allen Umständen bewahren zu wollen. Nichts ist schlimmer als das, was man schon einmal besaß, also einen sicheren Gewinn, wieder hergeben zu müssen. Denn ein solcher Verlust wiegt bekanntermaßen besonders schwer - nur unter großem Druck wird man sich von daher vom Status quo verabschieden. Überhaupt wird alles, was den Status quo, also lieb gewonnene Gewohnheiten und Einsichten gefährdet, gemieden. So wundert es nicht, wenn ein starker Aktienmarkt, dessen steilen Aufwärtstrend man überwiegend auf eine so noch nie dagewesene Zentralbankmaßnahme (Anleihekäufe) zurückführt, als ausgesprochen unsicher wahrgenommen wird. Insofern würde momentan ein Abschied vom Status quo, in Gestalt eines Sparbuchs oder von Festgeld, nur dann leichter fallen, wenn die Zinsen für diese Formen der Anlage nominal mit einem Minuszeichen versehen würden. Denn niemand möchte gerne regelmäßig Verluste realisieren.

Der Status-quo-Bias führt zu einem Konservativismus, der so stark sein kann, dass man manchmal sogar wider besseres Wissen lieber am Gewohnten festhält, als es einer Revision zu unterziehen. Überfällige und dringende Reformen bedeuten jedoch nicht nur, vom Althergebrachten Abschied zu nehmen. Vielmehr sind neue Entscheidungen zu treffen, oftmals unter Risiko und manchmal mit ungewissem Ausgang. Deswegen werden neue wichtige Entscheidungen häufig so lange hinausgezögert, bis es gar nicht mehr anders geht. Der Status-quo-Bias hält also die meisten Menschen immer wieder davon ab, sich auf Neues einzulassen. Auch Hirnforscher haben vor nicht allzu langer Zeit herausgefunden, dass ein Festhalten an Altem und Wohlbekannten wie eine Belohnung wirkt. Auch erklärten Testpersonen, dass sie einen Verlust nach einer Abweichung vom Status quo als schlimmer empfunden hätten, als wenn der Verlust durch Festhalten an Altbekanntem entstanden wäre.

Es ist also die Angst vor Verlusten und die Angst, ein Commitment einzugehen, die dazu führen, dass viele Anleger alles so belassen, wie es ist. Entscheidungsfreude ist nur zu erwarten, wenn eine große, greifbare Belohnung winkt. Geht es indes "nur" um verpasste Gelegenheiten und entgangene Gewinne, ist die Entscheidungsträgheit durchaus verständlich, manchmal aber monetär und psychisch sehr teuer. Nichts zu tun, wird zwar kurzfristig als angenehmer empfunden, als etwas zu entscheiden. Langfristig glücklicher und oft erfolgreicher wird allerdings derjenige, der ein Problem anpackt hat, statt im Nichtstun zu verharren.


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