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Themen-Check: Währungen unter Spannung Mitte Januar war es, als die Schweizerische Nationalbank (SNB) verkündete, dass sie die seit gut drei Jahren festgesetzte Obergrenze des Schweizer Franken gegenüber dem Euro nicht länger durch Interventionen verteidigen werde. In der Folge dieser völlig unerwarteten Entscheidung verlor der Kurs des Euro gegenüber dem Franken kurzfristig mehr als 28 Prozent seines Wertes, konnte sich mittlerweile aber wieder oberhalb von 1,05 CHF pro Euro stabilisieren. In der Geschichte des Devisenhandels markierte diese Episode den unrühmlichen Höhepunkt dessen, was man als Abwertungswettlauf bezeichnen könnte - radikalere Kommentatoren sprechen sogar von einem Währungskrieg. Ob es sich nun um US-Dollar, Euro, Yen, Schweizer Franken oder gar den russischen Rubel handelt, kann man natürlich trefflich darüber streiten, ob Devisen tatsächlich nicht nur als Zahlungsmittel, sondern auch als "Waffen" fungieren, mit denen sich die großen Mächte dieser Welt gegenseitig bekriegen (vgl. Die Welt online vom 13.2.2015). Letztlich ist ein Abwertungswettlauf zunächst jedoch nichts anderes als ein Wirtschaftskonflikt, bei dem Staaten versuchen, über die Verbilligung ihrer Währung die eigene Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Volkswirtschaften zu verbessern. Viele Anleger tun sich jedoch schwer damit, Begriffe wie Abwertungswettlauf, Zentralbankintervention oder Devisenhandel einordnen zu können. Gerade der Handel mit Währungen verkörpert für viele Akteure einen Markt, der besonders von Spekulanten beherrscht zu sein scheint. Das liegt zum einen daran, dass nur einem kleinen Bruchteil seines Volumens von täglich 5,3 Billionen US-Dollar (Stand 2013, BIZ) reale internationale Handelsgeschäfte zugrunde liegen. Zum anderen bereitet es vielen Menschen Schwierigkeiten, sich die Funktionsweise von Devisenkursen vorzustellen. Nicht umsonst spricht man - im Gegensatz zum Aktienmarkt, bei dem Kurse entweder nur steigen oder nur fallen können - bei Devisen auch von Wechselkursen, vom Verhältnis einer Währung zu einer anderen. Bezogen auf den Wechselkurs des Euro zum US-Dollar bedeutet damit eine Abwertung des ersteren eine Aufwertung des letzteren (und umgekehrt). Kauft man die eine Währung, ist man diese "long" und die andere damit automatisch "short". Eine Abwertung der heimischen Währung führt also automatisch zu einer Aufwertung ausländischer Valuten, was wiederum zur Folge hat, dass die Exporterlöse steigen bzw. Waren und Dienstleistungen im Ausland billiger angeboten werden können. Mit diesem Wettbewerbsvorteil geht auf der anderen Seite eine Verteuerung der Importe einher - eine Entwicklung, die derzeit der Eurozone, allen voran Deutschland, in zweierlei Hinsicht zugutekommt: Steigende Exporterlöse sorgen für mehr Wachstum und Beschäftigung, während steigende Importpreise den derzeitigen Deflationsgefahren entgegenwirken. Dennoch ist die Abwertung des Euro keine Erfindung der Europäischen Zentralbank und vorgeblich auch nicht ihr vorrangiges Ziel. Andere Staaten haben dies schon längst vorgemacht. So etwa Japan, das bereits im Jahre 2001, in grossem Umfange aber vor allem ab 2007, quantitative Lockerungsprogramme in Gang gesetzt hatte, um über das auf diesem Weg in Umlauf gebrachte Geld, gepaart mit einer Niedrigzinspolitik, Inflation und Wachstum anzukurbeln. Obgleich die Finanzministerien und Währungshüter damals weltweit immer wieder betonten, die Märkte selbst müssten über das Niveau der Wechselkurse bestimmen, verfolgte die Bank von Japan (BoJ) eine Abwertungsstrategie ihrer Währung, die sie durch Devisenmarktinterventionen (Yen-Verkäufe) flankierte. Doch blieben diese Bemühungen mehrere Jahre lang ohne Erfolg, weil die US-Immobilienkrise und die quantitativen Lockerungsprogramme der US-Notenbank Ende 2008 und später der Bank von England sogar zu einer weiteren Aufwertung der japanischen Währung führten, die erst im Herbst 2011 ihr Ende finden sollte. Aber auch der Schweizer Franken war angesichts der Eurokrise als „sicherer Hafen“ so stark gesucht, dass die Nationalbank zur gleichen Zeit ankündigte, den Euro zu einem Kurs von 1,20 Franken an- und dagegen Schweizer Franken, notfalls in unbegrenzter Menge, zu verkaufen. Eine Strategie, die Bestand haben sollte, bis schließlich auch noch die EZB - nach langem Ringen und einer damit einhergehenden Abwertung des Euro - im Januar dieses Jahres ankündigte, ebenfalls ein groß angelegtes Anleihekaufprogramm auflegen zu wollen. Mit der Folge, dass die SNB ihren Kampf gegen die Aufwertung des Franken zumindest temporär und mit hohen Verlusten aufgeben musste. Damit zeigt sich gleichermaßen, dass ein globaler Abwertungswettlauf keine Lösung für zu niedriges Wachstum und eine zu niedrige Inflation bietet. Denn die Wechselkursmechanik sorgt dafür, dass nicht alle Währungen gleichzeitig abwerten können - mindestens eine Währung muss aufwerten. Dies zeigt sich beim Euro im Verhältnis zum Schweizer Franken, aber auch gegenüber anderen Valuten, die sich an die Gemeinschaftswährung gebunden haben, und auch in besonderem Maße ebenso beim Dollar. Denn die USA müssen auf diesem Wege von ihrem Wachstum an die abwertenden Staaten zwangsläufig einen Teil abtreten und sich überdies wegen sinkender Importpreise mit einer zu niedrigen Inflationsrate herumplagen. Ein Umstand, dem die Fed nicht mehr allzu lange tatenlos zusehen kann. |
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