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16.01.15, 10:15

Markt-Check: rückBlick und ausBlick - Im Banne der Notenbanken

Betrachten wir den DAX®, liegt im Vergleich zu den letzten Jahren ein sehr volatiles, aber kein besonders renditestarkes Börsenjahr hinter uns. Was waren Ihrer Meinung nach die kursbewegenden Ereignisse in 2014?

Markt-Check: rückBlick und ausBlick - Im Banne der Notenbanken

Betrachten wir den DAX®, liegt im Vergleich zu den letzten Jahren ein sehr volatiles, aber kein besonders renditestarkes Börsenjahr hinter uns. Was waren Ihrer Meinung nach die kursbewegenden Ereignisse in 2014?
W: Richtig, die Erwartungen bzgl. des DAX® waren zu Beginn des Jahres höher. Beispielsweise kam die Russlandkrise, die sich vor allem auf die deutsche Wirtschaft niedergeschlagen hat, überraschend. Dazu traten auch noch allgemeine Konjunkturunsicherheiten auf - gerade im Herbst, als der DAX® so stark gefallen ist. Dieser Pessimismus ist dann im weiteren Jahresverlauf vor allem wegen der USA wieder gewichen. Als Kurstreiber ist wieder einmal die Geldpolitik der Notenbanken zu nennen. In erster Linie hat hier natürlich die EZB mit weiteren Leitzinssenkungen auf letztendlich 0,05 %, der Senkung des Einlagezinssatzes auf unter null sowie mit dem Ankauf von ABS-Papieren (Asset Back Securities) und Covered Bonds deutliche Zeichen gesetzt.

Notenbanken sind ein gutes Stichwort. Wird die Geldpolitik auch in 2015 wieder eine wichtige Rolle an den Märkten spielen?
W: Ja, wir gehen davon aus, dass die Notenbanken und ihre Geldpolitik wieder die Haupttreiber sein werden. Von Seiten der EZB erwarten wir schrittweise eine weitere Ausweitung der Bilanzsumme auf ca. 3 Bio. Euro, wie Herr Draghi bereits angekündigt hat. Um dies zu erreichen, wird vermutlich im ersten Halbjahr ein Staatsanleihenkaufprogramm lanciert und dies sollte auch die Entwicklung der Märkte in Europa unterstützen.

Ist denn auch von fundamentaler Seite mit Rückenwind für den DAX® zu rechnen?
W: Wenn wir die Unternehmensgewinne betrachten, sehen wir aktuell keine Überbewertung. Ich würde sogar sagen, dass der DAX® im Vergleich zu den aktuellen Renditeniveaus von Anleihen eher unterbewertet ist. Das heißt, die relative Attraktivität von Aktien gegenüber Anleihen ist nach wie vor hoch und der Anlagenotstand der Anleger ist groß. Daher erwarten wir ein positives Aktienjahr. Ferner dürften der schwächere Euro sowie der starke Preisverfall des Öls für viele Unternehmen ein künstliches Konjunkturprogramm darstellen, was zu positiven Überraschungen bei den Unternehmensgewinnen führen sollte.

Apropos Überraschungen, mit einem derartigen Absturz des Ölpreises haben vermutlich die wenigsten gerechnet. Was waren die Auslöser, und wer sind die Gewinner und Verlierer?
W: Eine der Hauptursachen ist die veränderte Struktur des Marktes. Die US-Amerikaner treten nicht mehr als Nachfrager auf, sondern sind aufgrund des Frackings zum Anbieter geworden. Zum anderen herrscht, aufgrund der schwächelnden Konjunktur, kein Nachfragedruck. Zu den Verlierern gehören sicherlich die neue Fracking-Industrie in den USA und natürlich die Länder, die sehr stark von Erdöleinnahmen abhängig sind. Hier sind in erster Linie Russland, Iran und auch Norwegen zu nennen. Zu den Gewinnern gehören insbesondere Länder, deren Industrie stark von Energie abhängig ist, wie z.B. China und, wie schon erwähnt, Deutschland.

Zurück zu den Aktienmärkten. Herr Schneider, was prognostizieren Sie als technischer Analyst für den DAX® in 2015?
S: Dazu muss ich noch einmal kurz einen Blick zurück werfen. Betrachten wir den Anstieg des DAX® seit Herbst 2011, als er noch bei rund 5.000 Punkten notierte, dann ist die Korrektur von rund 15 % in 2014 nicht unüblich und in meinen Augen sogar zu gering ausgefallen. In dem Zusammenhang muss natürlich bemerkt werden, dass das Eingreifen der EZB dämpfend wirkte und der Abschwung ansonsten vermutlich stärker ausgefallen wäre. Die Struktur des starken Anstiegs von Oktober bis Anfang Dezember zeigt aber ein Muster, das lediglich eine Erholung repräsentiert. Solange der DAX® nicht signifikant über die historischen Höchstkurse ausbricht, kann man davon ausgehen, dass eine weitere Abwärtswelle folgt. Daher erwarte ich noch bis ins Frühjahr fallende Kurse oder zumindest eine uneinheitliche Entwicklung. Erst dann ist das Korrekturmuster sauber abgeschlossen und ein neuer mehrmonatiger Aufwärtstrend kann beginnen. Langfristinvestoren sollten sich davon aber nicht verunsichern lassen. Der langfristige Trend zeigt immer noch nach oben.

Jetzt haben wir einiges über Deutschland und Europa gehört. Welche Entwicklungen erwarten Sie für 2015 in den USA bzw. in Asien?
W: Die Geldpolitik der amerikanischen Notenbank Fed wird sich stärker divergent zur Politik der EZB entwickeln. Aufgrund der an Dynamik gewinnenden US-Wirtschaft ist eine erste Zinserhöhung in der zweiten Jahreshälfte wahrscheinlich. In Asien bzw. China rechnen wir mit einem Wirtschaftswachstum auf dem jetzigen Niveau. Des Weiteren ist bei den Leitzinsen noch Luft nach unten, und das sollte der Wirtschaft genug Kraft geben, die Wachstumsziele zu erreichen. Zusammengefasst sind wir für die USA optimistisch, für Asien verhalten optimistisch und Europa sehen wir leider weiter in der wirtschaftlichen Undynamik verharren.
S: Charttechnisch ist die Lage in den USA ähnlich wie in Europa. Allerdings könnte beim Dow Jones die Bereinigung etwas milder verlaufen. In der Vergangenheit schwankte der Dow Jones meist nicht so stark wie der DAX®. Nichtsdestotrotz muss man sagen, dass auch tiefere Niveaus möglich sind, sollte der Dow Jones signifikant unter 17.000 Punkten schließen. Dann ergäbe sich ein Korrekturpotenzial bis etwa 16.600 Zähler. Hier verläuft der langfristige Aufwärtstrend, der nicht unterschritten werden darf.

Ein ebenfalls sehr interessanter Chart ist der Kursverlauf des EUR/USD. Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein?
S: Die übergeordnete Tendenz des Euro ist weiterhin Richtung Süden gerichtet. Zudem blieb eine eigentlich anstehende, zwischenzeitliche Erholung aus, was den Druck auf die Währung nochmals dokumentiert. In diesem Zusammenhang habe ich auch einmal den DAX® in US-Dollar dargestellt, was interessant ist, da der Großteil der DAX®-Investoren aus dem angelsächsischen Raum kommt. Hier wird die Korrektur deutlicher und auch die anschließende Erholung fällt geringer aus.
W: Der Kursverlauf des EUR/USD lässt sich auch fundamental begründen. Die Geldpolitik in Europa und den USA wird sich weiter auseinanderentwickeln und dementsprechend werden in den nächsten Monaten mehr Gelder in den US-Dollar-Raum fließen. Somit spricht vieles dafür, dass der Euro noch weiter nachgibt.

Eine der erfolgreichsten Anlageklassen im letzten Jahr waren wieder einmal die Rentenmärkte. Ist im neuen Jahr mit der lange prognostizierten Wende zu rechnen?
W: Renditen für zehnjährige deutsche Staatsanleihen von unter 0,5 % sind schon fast japanische Verhältnisse und sind nur noch liquiditätsbedingt zu erklären, das hat nichts mit der Wirtschaftsentwicklung zu tun. Sollte es in den USA – dem größten Rentenmarkt der Welt – zu einer Zinswende kommen, dann hat dies natürlich eine Sogwirkung auf den europäischen und deutschen Markt. Daher ist damit zu rechnen, dass die zehnjährige Bundesrendite in einem Jahr deutlich höher steht als heute. Eine große Zinswende werden wir in Europa aber vorerst nicht sehen. Die Renditen werden hier auf einem gemäßigten Niveau verharren. Wie heißt es so schön: Liquidität hebt alle Schiffe. Neben den Aktienmärkten stützt dies auch die Rentenmärkte.
S: In der technischen Analyse gibt es auch einen Spruch: Ein Trend ist so lange intakt, bis ein definitives Trendwendesignal auftritt. Beim Bund Future bzw. der Rendite fehlt dieses Trendwendesignal. Aktuell liegt ein stabiler Trend vor, und auch andere Indikatoren zeigen, dass es nicht ratsam wäre, auf einen fallenden Bund Future oder steigende Renditen zu setzen.

Was sind denn Ihre Favoriten für das laufende Börsenjahr?
W: Ich bin sehr optimistisch für den DAX®. Wie schon erwähnt, erwarte ich hier aufgrund des schwachen Euros sowie des niedrigen Ölpreises einiges an Überraschungspotenzial bzgl. der Unternehmensgewinne. Dies sollte sich dann auch im Kurs widerspiegeln. Für Ende des Jahres haben wir ein Kursziel von 10.800 Punkten herausgegeben, und es würde mich nicht wundern, wenn dies sogar noch übertroffen wird.
S: Sollte beim DAX® die von mir prognostizierte Korrektur stattfinden, sehe ich hier ab dem Frühjahr auch einiges an Potenzial. Momentan ist es allerdings etwas undurchsichtig. Mein Favorit für 2015 ist daher der Nikkei 225. Der japanische Leitindex zeigte seit Mitte 2013 mehr oder weniger eine Seitwärtsbewegung, aus der er jetzt leicht ausgebrochen ist. Laut Charttechnik wird in einer solchen Seitwärtsbewegung Kraft gesammelt. Sollte diese Kraft nun freigesetzt werden, geht man von einem markanten Anstieg aus. Das heißt, sollte der Ausbruch des Nikkei 225 signifikant sein und steigt er über die 18.750-Punkte-Marke, erwarte ich deutliche Gewinne über mehrere Monate.

Herr Dr. Wohlgemuth, Herr Schneider, vielen Dank für dieses interessante Gespräch. Im Großen und Ganzen können wir uns auf das neue Börsenjahr freuen - auch diesmal wird es einige Chancen an den Märkten geben.
 

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