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Erdgas auf Fünf-Wochen-Hoch
Der Preis für US-Erdgas ist fester in die neue Handelswoche gestartet. Am Montag gegen 9:35 Uhr MEZ notierte der an der Nymex gehandelte Oktoberkontrakt mit einem Plus von 1,82 Prozent bei 3,65 US-Dollar pro Millionen Btu. Am Dienstagmittag kletterte der Kurs weiter auf 3,68 US-Dollar - höchster Stand seit fünf Wochen. Hintergrund ist die Hitzewelle im nördlichen Teil der USA, die den Betrieb von Klimaanlagen rund um die Uhr veranlasst. "Die Elektrizitätsnachfrage ist derzeit sehr hoch", zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg Stephen Schork, Präsident der Schork Group in Villanova, Pennsylvania. "Viel spekulatives Kapital ist in diesem Sommer abgezogen worden und es sieht danach aus, als ob dieses Geld nun wieder investiert wird", kommentiert er die steigenden Preise. Wetterprognosen zufolge werden bis zum 11. September die Temperaturen im Norden der USA weiter über den Normalwerten liegen, so Bloomberg weiter. Schon im heißen August, als die Klimaanlagen in den USA auf Hochtouren liefen und der Energieverbrauch entsprechend anstieg, hatte der Preis für US-Erdgas um mehr als drei Prozent zugelegt: Die Stromerzeugung macht 32 Prozent der Erdgasnachfrage in den USA aus. Zwischen Mai und Juli hatte der fossile Energieträger allerdings teils kräftige Verluste hinnehmen müssen. Wegen des vergleichsweise kühlen Sommerwetters hatten Privathaushalte und Unternehmen ihre Klimaanlagen gedrosselt - wodurch gasbetriebene Elektrizitätswerke den Brennstoff in geringerem Maße nachfragten. Doch steigt der Erdgaspreis nun kurzfristig weiter? Übernehmen die Bullen die Führung? Auch charttechnischem Blickwinkel scheinen die Widerstände zuzunehmen. Im Bereich von 3,70 bis 3,85 US-Dollar warten beträchtliche Hürden, deren Überwindung nicht leicht sein dürfte. Dass die Energienachfrage in den USA aber auch im Herbst weiterhin hoch bleiben dürfte, legt der Wirtschaftsaufschwung nahe. So ist die US-Wirtschaft nach jüngsten Meldungen im zweiten Quartal stärker gewachsen als erwartet; das BIP legte von April bis Juni um 2,5 Prozent zu (erwartet: 1,7 Prozent). Im ersten Quartal war die Wirtschaft in den USA nur um 1,1 Prozent gewachsen. Analysten gehen davon aus, dass die weltgrößte Volkswirtschaft ihr Wachstumstempo noch weiter erhöht. Wenn keine größeren weltpolitischen Konflikte - etwa im Zusammenhang mit Syrien - auftreten, könnte 2014 das Wachstum mit satten 3 Prozent deutlich über den für 2013 erwarteten 1,9 Prozent liegen. Allerdings birgt der Fracking-Boom in den USA Gefahren für Anleger, die auf höhere Erdgaspreise spekulieren. Während 2005 die Fracking-Produktion pro Tag bei 112 Millionen Kubikmeter lag, ist sie zuletzt um mehr als das 7-Fache auf rund 700 Millionen Kubikmeter angewachsen. Seit sich die "Schiefergasrevolution" in den USA Bahn bricht, sind die US-Gaspreise im internationalen Vergleich stark gesunken. Seit dem Sommer 2008, als der Preis in der Spitze bei horrenden 13,57 US-Dollar pro Millionen Btu lag, hat sich der Preis für Henry HUB Natural GAS zwischen 4 und 2 US-Dollar eingependelt. Deshalb greift die Industrie zur Stromproduktion in den USA verstärkt auf das billige Gas zurück, während gleichzeitig der Verbrauch von Kohle abnimmt. Weil die Fracking-Fördermethoden für Gas immer weiter verbessert werden und die Ausbeute damit weiter steigt, könnte der Erdgaspreis in Zukunft sogar noch weiter abnehmen. In den USA wird mit einer so hohen Gasausbeute gerechnet, dass sogar große Teile des Bennstoffs exportiert werden sollen: So baut der kalifornische Gaskonzern Sempra in den USA einen Flüssiggas-Exportterminal für umgerechnet rund 10 Milliarden Euro. Vom US-Bundesstaat Louisiana aus - seit Ende des 20. Jahrhunderts zweitgrößter Erdöl- und Erdgasproduzent der USA - sollen ab 2017 zwölf Millionen Tonnen Flüssiggas an japanische und französische Kunden verschifft werden. Anleger sollten jedoch in jedem Fall beachten, dass die Entwicklung der Erdgaspreise von einer Vielzahl wirtschaftlicher und politischer Faktoren abhängig ist, die bei der Bildung einer Markterwartung berücksichtigt werden sollten. Auch sind vergangene Wertentwicklungen und Analystenmeinungen kein Indikator für die Zukunft. Es ist jederzeit möglich, dass sich der Markt anders entwickelt als es ein Anleger erwartet und deshalb Verluste eintreten. Mini Future Long auf Henry Hub Natural Gas Future
Mini Future Short auf Henry Hub Natural Gas Future
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