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03.07.13, 15:00

Marktkommentar: Weshalb korrigieren die Märkte? Die Gründe

Die vergangenen Wochen haben uns erneut vor Augen geführt, welche Macht die US Notenbank über die Finanzmärkte hat. Der eindeutige Hinweis der Federal Reserve (Fed), man werde in nicht allzu ferner Zukunft die Anleihekäufe allmählich drosseln, schickte die Aktien und Anleihekurse auf Talfahrt.
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Marktkommentar: Weshalb korrigieren die Märkte? Die Gründe
Vontobel Marktkommentar
Die vergangenen Wochen haben uns erneut vor Augen geführt, welche Macht die US Notenbank über die Finanzmärkte hat. Der eindeutige Hinweis der Federal Reserve (Fed), man werde in nicht allzu ferner Zukunft die Anleihekäufe allmählich drosseln, schickte die Aktien und Anleihekurse auf Talfahrt. Was im Mai als gesunde Korrektur begonnen hatte, entwickelte sich ab Mitte Juni aus Angst vor einer Kreditverknappung in China in allen Anlageklassen zu einem Kursverfall auf breiter Front. Die sozialen Unruhen in Brasilien und der Türkei verschlechterten die Stimmung zusätzlich.

Die jüngsten Kommentare der Fed signalisieren eine robuste US-Wirtschaft mit einem "vernünftigen" Beschäftigungszuwachs, einem florierenden Häusermarkt und der Fähigkeit, den negativen Folgen automatischer Ausgabenkürzungen und höherer Einkommensteuern zu trotzen. Nachdem der Vorsitzende der Fed, Ben Bernanke, im Mai signalisiert hatte, dass das unkonventionelle Liquiditätsprogramm (Quantitative Easing, QE) nicht für die Ewigkeit bestimmt sei, sprach er vor kurzem deutliche Worte: Auf der Fed-Sitzung am 19. Juni skizzierte er einen klaren Zeitplan für den Abbau von QE3 mit der ersten Jahreshälfte 2014 als möglichem Enddatum, falls sich die Konjunktur gemäß der (optimistischen) Prognosen der US-Zentralbank entwickelt. Nach unserer Einschätzung waren sich der Fed-Vorsitzende und seine Kollegen nicht bewusst, wie stark und rasch die Treasury-Renditen auf diese Ankündigung steigen würden. Ein nachhaltiger Renditeanstieg dürfte die Erholung der zinsempfindlichen Sektoren wie etwa die Automobilindustrie und den Wohnungsmarkt beeinträchtigen.

Scharfe Maßnahmen Chinas gegen das Kreditwachstum
Das Liquiditätsangebot in China dürfte empfindlich zurückgehen. Die entschlossenen Maßnahmen der chinesischen Politiker gegen das exzessive Kreditwachstum schlagen sich in einem deutlichen Anstieg des Einmonats-Interbanken-Zinssatzes auf zwölf Prozent (bei einem Ausgangsniveau von rund 3 Prozent) nieder. Obwohl die People's Bank of China (PBOC) Liquidität bereitgestellt hat, um eine Kreditverknappung kurzfristig zu überbrücken, ist dies ein Schuss vor den Bug der Banken, die leichtfertig Kredite für Projekte mit zweifelhaftem wirtschaftlichem Nutzen vergeben: Die schönen Tage des von der Währungsbehörde bereitgestellten billigen und unbegrenzten Geldes sind vorüber. Angesichts des Umfangs der seit Beginn der Finanzkrise (2008) vergebenen Kredite lassen sich die Wachstumsaussichten für die chinesische Wirtschaft nicht als rosig bezeichnen.

Im Klartext: Langfristig wirken sich die Maßnahmen günstig aus, denn das derzeitige chinesische Wirtschaftsmodell ist nicht nachhaltig. Zwar haben sie zwischenzeitlich weit reichende Konsequenzen für Sektoren, die in den vergangenen fünf Jahren massiv vom chinesischen Wachstum profitiert haben, so etwa Rohstoffe, Bergbau und Luxusgüter. Außerdem müssen sich Länder, die in großem Stil nach China exportieren, wie Australien, Brasilien oder Chile, auf ein weniger günstiges Umfeld einstellen. Doch die Anpassungen der chinesischen Geldpolitik haben einen positiven disinflationären Effekt und lassen - bei unveränderten Rahmenbedingungen - den Zentralbanken in der Zukunft einen größeren Spielraum, ihre lockere Geldpolitik fortzusetzen.

Intakte Wachstumsstory?
Möglicherweise ist wegen der potenziell schwächeren geldpolitischen Anreize in den USA sowie der effektiven Straffung der Kreditvergabebedingungen in China mit einem globalen Schneeballeffekt zu rechnen. Außerdem präsentiert sich das finanzielle Umfeld in den maßgeblichen Schwellenländern mittlerweile unfreundlicher mit negativen Konsequenzen für die kurzfristigen Konjunkturperspektiven. Die sozialen Spannungen in der Türkei und Brasilien dürften die Stimmung ebenfalls kaum aufheitern.

Christophe Bernard
Chefstratege Vontobel-Gruppe

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