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30.04.13, 14:30

Marktkommentar: Der Liquiditäts-Tsunami der BoJ wirkt Wunder

Die Erfahrung hat Finanzmanager gelehrt, keine Wetten gegen die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve einzugehen - was an der Wall Street die Redewendung "don't fight the Fed" geprägt hat.
Vontobel
Marktkommentar: Der Liquiditäts-Tsunami der BoJ wirkt Wunder
Vontobel Marktkommentar
Die Erfahrung hat Finanzmanager gelehrt, keine Wetten gegen die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve einzugehen - was an der Wall Street die Redewendung "don't fight the Fed" geprägt hat. Mit anderen Worten: Schwimme mit dem Strom, wenn die mächtigste Zentralbank der Welt die Zinsen erhöht oder senkt. In diesem Sinne sollten sich auch die Anleger an der jüngsten fundamentalen Kehrtwende der japanischen Geldpolitik orientieren.

Am 4. April 2013 schrieb die Bank of Japan (BoJ) mit der Ankündigung einer spektakulären Lockerung der Geldpolitik zur Bekämpfung der Deflation Wirtschaftsgeschichte. Die Eckpfeiler dieser Politik lauten:

• Senkung der Inflationsrate auf 2% innerhalb der nächsten zwei Jahre;

• Verdoppelung der Notenbankgeldmenge durch massive Ankäufe japanischer Staatsanleihen;

• Erhöhung der durchschnittlichen Laufzeit der japanischen Staatsanleihen im Portfolio von drei auf sieben Jahre.

Der Liquiditäts-Tsunami der BoJ wirkt Wunder
Ob die konzertierte Aktion der Regierung von Premierminister Shinzo Abe und der BoJ unter der neuen Führung von Haruhiko Kuroda erfolgreich sein wird, ist noch ungewiss. Die Problematik ist vielschichtig: Japan kämpft seit über einem Jahrzehnt gegen die Deflation, ungünstige demografische Trends und ein träges Wirtschaftswachstum. Hier sind strukturelle Reformen des Arbeitsmarktes gefordert. All diese Probleme sind langfristiger Natur, doch können die Behörden bereits erste Erfolge verzeichnen: Das Geschäftsklima und die Konsumentenstimmung haben sich verbessert, der Yen notiert tiefer und die lokalen Aktien höher. Diese Trends dürften sich fortsetzen, solange die Entscheidungsträger konsequent an den vereinbarten Zielen festhalten, ungeachtet des Endresultates. An den Finanzmärkten zählt die Reise eben mehr als die Heimkehr.

Kuroda's "Ratschlag": Aktien und Immobilien kaufen
Die Botschaft der BoJ an die japanischen Anleger könnte deutlicher nicht sein: jetzt aus Cash und Staatsanleihen aussteigen und in risikoreichere Anlagen wie Aktien und Immobilien investieren. Diese Trendwende dürfte unseres Erachtens neben den japanischen auch den ausländischen Rahmenbedingungen zugute kommen. Bei unveränderten Rahmenbedingungen dürfte sie auch die weltweiten Aktienmärkte stützen und das kurzfristige Abwärtsrisiko angesichts der stagnierenden Weltwirtschaft begrenzen.

Ungeachtet der Marktreaktion birgt die neu eingeschlagene Richtung der BoJ ein gewisses Risiko. Eine niedrigere Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen könnte zu höheren Zinsen in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt führen, was angesichts der massiven Verschuldung Japans (240% des Bruttoinlandprodukts) eine bedrohliche Haushaltslage heraufbeschwören könnte. Die BoJ-Ankäufe decken die Finanzierungsanforderungen der Regierung jedoch umfassend ab - die sogenannte "Monetarisierung" des Defizits - was dem harten Kern der konservativen Zentralbanker ein Dorn im Auge ist, weil diese die primäre Aufgabe der Zentralbank in traditionellen Aufgaben wie der Wahrung der Preisstabilität sehen. Weshalb ist nun aber der Goldpreis infolge dieser aggressiven Lockerungspolitik nicht etwa angestiegen, sondern kurz nach der Ankündigung abrupt gefallen? Diese erneute "Apathie" des Goldes angesichts von Nachrichten, die den Preis eigentlich unterstützen müssten, ist unseres Erachtens genau der Grund, weshalb es zu einer plötzlichen Korrektur gekommen ist. Eine ganz einfache Erklärungsmöglichkeit wäre, dass nach der zehnjährigen Hausse und markanten Zuflüssen der "Grenzkäufer" fehlt. Bedeutet dies das Ende der langjährigen Hausse für Gold? Dies könnte durchaus der Fall sein, wenn die Notenbanken von der expansiven Geldpolitik wieder abkommen, bevor die Inflation ansteigt. Oder das Gegenteil könnte eintreten, wenn die Inflation zu einem Vertrauensverlust in Papiergeld führt. Das Angebots-Nachfrage-Gleichgewicht bedarf auf jeden Fall einer beträchtlichen Anlegernachfrage nach Gold, die in absehbarer Zukunft jedoch zurückgehen dürfte. Das Edelmetall notiert zurzeit bei 1425 US Dollar je Feinunze und dürfte sich bei 1100 bis 1200 US Dollar einpendeln - einem Preis, bei dem die am wenigsten effizienten Goldminen die Produktion langsam einstellen werden.

Rohstoffe bald Kaufgelegenheit?
Die jüngsten Konjunkturdaten sind generell hinter den Erwartungen zurückgeblieben, besonders in den USA (zugegebenermaßen nach einem starken ersten Quartal) und in China. Europa hat nach wie vor mit beträchtlichem Gegenwind zu kämpfen. Angesichts der starken mittelfristigen Fundamentaldaten der USA gehen wir davon aus, dass die dortige Wirtschaft - trotz der Problematik der höheren Lohnsteuern und automatische Ausgabenkürzungen - in der zweiten Jahreshälfte wieder Fahrt aufnehmen wird. Eine Korrektur des breiten Aktienmarkts ist überfällig, die Verkaufswelle dürfte jedoch von der lockeren Geldpolitik der Notenbanken abgefedert werden.

Christophe Bernard
Chefstratege Vontobel-Gruppe

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