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Globale Kaffeeproduktion auf Rekordhoch
Die weltweite Kaffeeproduktion könnte in der aktuellen Saison auf einen Rekordwert zulegen. Weitere Preisrückgänge für Kaffee sind daher nicht auszuschließen. Verstärkt worden ist der Preisrückgang vor wenigen Tagen durch eine neue Prognose der internationalen Kaffeeorganisation ICO. Ihrer Einschätzung nach könnte die weltweite Kaffeeproduktion in der aktuellen Erntesaison im Vergleich zum Vorjahr um 9,3 Prozent höher bei etwa 147 Millionen Säcken Kaffee (je 60 Kilogramm) liegen - ein Rekordwert. Aufgrund der ICO-Prognose hat Kaffee mit 149,78 US-Cent pro Pfund am 09.11.2012 ein neues 5-Monats-Tief erreicht und liegt damit etwa gleichauf mit dem Niedrigkurs vom 18.06.2012. Weltweit wird Kaffee in etwa 50 Ländern angebaut. Größter Produzent ist Brasilien. Wurden im vergangenen Jahr dort noch 50 Millionen Säcke geschnürt - größter Ernteertrag innerhalb von zehn Jahren - dürfte die Ernte in der aktuellen Saison bis zum Ende dieses Jahres mit rund 55 Millionen Säcken sogar noch besser ausfallen. Auch im Nachbarland Kolumbien, Kaffeeanbauland Nummer drei, könnte die diesjährige Kaffeeernte außerordentlich gute Erträge bringen. Die Vereinigung der kolumbianischen Kaffeeanbauer schätzt, dass im Vergleich zum Vorjahresniveau der Ertrag um satte 17 Prozent zulegen könnte: Es sollen bis zum Beginn des kommenden Jahres insgesamt 10 Millionen Sack Kaffee der Sorte Arabica geerntet werden können. Bis Ende 2012 wird ein Wert von 8,5 Millionen Sack erwartet. Kolumbien hat zuletzt vor fünf Jahren mehr als 10 Millionen Sack produziert. Die traditionell produktionsstarken mittelamerikanischen Länder Honduras und Guatemala legen derzeit ebenfalls gute Erntezahlen vor. Die absehbaren Rückgänge in Vietnam, nach Brasilien weltweit zweitgrößter Exporteur und größter Erzeuger der Sorte Robusta (die vor allem für die Herstellung von Instant-Kaffee Verwendung findet), fallen gegenüber den guten Zahlen aus der westlichen Hemisphäre möglicherweise nicht ins Gewicht. In Vietnam sorgt eine partielle Dürre dafür, dass die Erträge nicht an das Rekordniveau aus der Vorsaison heranreichen. Schätzungen zufolge wird die aktuelle Robusta-Ernte mit geschätzten 1,45 Millionen Tonnen um 9,4 Prozent gegenüber der Vorsaison (1,64 Millionen Tonnen) zurückgehen. Aufgrund der weltweit erwarteten guten Ernten ist ein Angebotsüberschuss am Kaffeemarkt absehbar - der erste Überschuss seit 2007. Die ICO geht allerdings nur von moderaten Preissenkungen in naher Zukunft aus. Exportstaaten dürften zunächst ihre weitgehend abverkauften Lagerbestände aufstocken, um die Preise zu stabilisieren. Der Preis von Robusta-Kaffee, der an der Londoner Börse gehandelt wird, hat seit Ende September um 12% auf den niedrigsten Wert seit neun Monaten nachgegeben, nachdem die Ernte in Vietnam wegen einer unerwartet raschen Reifezeit um einen Monat vorgezogen worden ist. Privatanleger mit Interesse an Kaffee-Investments sollten sich über die starke Volatilität bei Kaffee im Klaren sein. Eine Partizipation an den Preisentwicklungen der Rohstoffbörsen birgt viele Risiken. Zu beachten sind Währungseffekte, weil die entsprechenden Finanzprodukte in Euro gehandelt werden, Kaffee hingegen in US-Dollar (Arabica) und Britischem Pfund (Robusta). Anleger sollten in jedem Fall beachten, dass der Kaffeepreis von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren abhängt, die bei der Bildung einer Marktmeinung berücksichtigt werden sollten. Index-Zertifikat auf JPMCCI NYBOT Coffee Total Return Index
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