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Kakao - Europäer kaufen weniger Schokolade
Wie die europäische Kakaoorganisation ECA Anfang des Monats mitteilte, ist die europäische Kakaovermahlung im zweiten Quartal 2012 um knapp 18% gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Die Kakaoverarbeitung fiel von 355.763 Tonnen im zweiten Quartal 2011 auf nur noch 292.551 Tonnen. Ähnlich lustlos wie die europäische Kakaovermahlung zeigt sich aktuell auch die Preisentwicklung von Kakao selbst. Seit Anfang des Jahres oszilliert der Preis in einer immer enger werdenden Seitwärtsbewegung. Aktuell notiert Kakao bei 2.330 USD je Tonne und macht seit Anfang Juni beständig höhere Tiefs. Ein Ausbruch über die obere Trendlinie des Dreiecks bei ca. 2.364 USD je Tonne würde ein mittelfristiges Kaufsignal generieren, schreiben Analysten von Godmode-Trader.de. Da die Kakaovermahlung ein Hauptindikator für die Nachfrage nach Schokoladenprodukten ist, befürchten einige Analysten, dass die geringere Vermahlung im zweiten Quartal auf eine geringere Schokoladennachfrage zurückzuführen sein könnte. Jedoch liege auch der Verdacht nahe, dass die Verarbeiter der Kakaobohnen konservativer agierten, da sie negative Auswirkungen einer Zuspitzung der Euroschuldenkrise befürchteten. Was wirklich die Ursache für den Einbruch ist, darüber lässt sich derzeit nur spekulieren. Offensichtlich ist der Nachfragerückgang aber nicht nur auf Europa begrenzt. Auch das nordamerikanische Pendant zur ECA, die National Confectioner's Association (NCA), meldete jüngst einen Rückgang der Kakaoverarbeitung in Kanada, USA und Mexiko um knapp 10% auf nur noch 112.768 Tonnen für das zweite Quartal 2012. Dies entspricht dem stärksten Rückgang seit dem ersten Quartal 2009. Im Gegensatz zu den Industrieländern der EU und Nordamerika stieg die Kakaoverarbeitung in asiatischen Raum um über 5%. Dies könnte die schwächelnde westliche Nachfrage zum Teil ausgleichen. Wie die Cocoa Association of Asia mitteilte, stieg die Kakaovermahlung in Ländern wie Indonesien, Malaysia und Singapur auf 150.726 Tonnen. Angebotsseitig lässt sich festhalten, dass u.a. bedingt durch schlechtere Wetterverhältnisse sowie weiterer Besonderheiten in den kakaoexportierenden Ländern, laut der International Cocoa Organization (ICCO), die Ernte dieses Jahr hinter der des Vorjahres zurückfallen dürfte. Risiken auf der Angebotsseite seien laut Händlern auch einer der Hauptgründe dafür, dass der Kakaopreis in den letzten Wochen, trotz schwacher Nachfrageentwicklung in den Industrieländern, anzog. Anleger sollten in jedem Fall beachten, dass, wie aus diesen Ausführungen deutlich wird, die Entwicklung des Kakaopreises von einer Vielzahl wirtschaftlicher und saisonaler Faktoren abhängt, die bei der Bildung einer Markterwartung berücksichtigt werden sollten. Index-Zertifikat auf den JPMCCI NYBOT Cocoa Total Return Index - JPMorgan Commodity Curve Index
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