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26.07.12, 11:15

DAX Sentiment-Index: Zu viel Volatilität für Investoren

Dass sich die von der Börse Frankfurt befragten Investoren in der vergangenen Woche skeptisch gezeigt haben, hat sich der per Saldo als richtig erwiesen.

DAX SENTIMENT INDEX

Zu viel Volatilität für Investoren

Dass sich die von der Börse Frankfurt befragten Investoren in der vergangenen Woche skeptisch gezeigt haben, hat sich der per Saldo als richtig erwiesen. Denn der DAX ist im Punktvergleich um 2,9 Prozent gefallen. Und wenn man auch noch sieht, wie dieser Kursrückgang zu Stande gekommen ist, wird einmal mehr deutlich, warum die Investoren unseres Panels nunmehr sogar richtig pessimistisch eingestellt sind. Der DAX ist während des Berichtszeitraums nicht nur gefallen, sondern zeigte sich zunächst von der positiven Seite, bevor es nach Erreichen von mehr als 6.750 Zählern so richtig in den Keller ging. Dabei konnte sich angesichts der Nachrichtenlage kaum jemand erklären, warum das Börsenbarometer zunächst deutlich nach oben zog, um dann von der Spitze aus gerechnet bis gestern sogleich rund 6 Prozent zu verlieren. Und das innerhalb von zwei Tagen. Vergessen wir nicht: Es handelt sich um einen Bluechip-Index!

Teufelskreis rechtfertigt nicht Volatilität
Natürlich könnte man anführen, seit vergangenem Freitag hätten sich die negativen Nachrichten zur Eurozone geradezu gehäuft. Allein am Beispiel Spaniens wurde innerhalb eines Tages demonstriert, in welchem Teufelskreis sich die Problemkinder der Eurozone befinden. Angefangen von den Rekordrenditen, die für spanische Staatsanleihen zu Beginn der Woche gezahlt werden mussten bis hin zu einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Landes durch die Rating-Agentur Egan-Jones, wurde den Marktteilnehmern lebhaft vor Augen geführt, wie schnell sich die Abwärtsspirale drehen kann. Als dann auch noch von offizieller Seite die Prognosen für die spanische Konjunktur erneut zurückgenommen wurden, dürfte den Akteuren klar geworden sein, dass sich die Chancen auf eine Einhaltung der Reformziele des Landes auf ein Minimum reduzieren würden. Mit der Folge eines weiteren Anstiegs der Risikoprämien für spanische Staatsanleihen. Da waren die neuen Hiobsbotschaften um Griechenland - etwa die von den Medien kolportierte Ankündigung des IWF, man wolle sich angeblich vom Hilfsprogramm für Griechenland zurückziehen - fast nur noch eine Randnotiz wert. Genauso wie die Senkung des Rating-Ausblicks für Deutschland, die Niederlande und Luxemburg auf "negativ" durch die Rating-Agentur Moody's. Aber rechtfertigt dies alles eine derartige Volatilität der Aktienkurse?

Eine Wahrnehmungsfalle
Der derzeitige Pessimismus der mittelfristig orientierten Investoren, der immerhin den zweithöchsten Stand dieses Jahres erreicht hat, muss sich nicht zwingend allein auf die Nachrichtenlage beziehen, sondern dürfte auch eine Frage der Wahrnehmung sein. Wenn man bedenkt, dass der DAX seit Beginn des Jahres knapp 9 Prozent zugelegt hat, könnte man doch eigentlich zufrieden sein. Solange man sich nicht vor Augen hält, wie dieser Gewinn zu Stande gekommen ist. Auf einen deutlichen Kursanstieg von mehr als 20 Prozent zu Beginn des Jahres, folgte ein genauso starker Rückgang, der mental natürlich viel stärker wog. Da half auch nicht die erneute Erholung des Index bis heute, denn die Menschen nehmen von einer Geschichte im Großen und Ganzen die stärkste Ausprägung und das letzte Erlebnis besonders stark wahr. Blickte man also allein auf den Erhebungskurs und unseren Bull/Bear-Index, sähe es für den Deutschen Aktienindex gar nicht so schlecht aus. Allerdings wird diese Erkenntnis durch die starke Volatilität und die Kurshistorie dieses Jahres relativiert.

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