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Vivendi SA - Neue Strukturen für den Umschwung
Die Vivendi SA mit Sitz in Paris ist der größte französische Medienkonzern, der in den Bereichen Medien und Telekommunikation tätig ist. Mit seinen fünf Tochtergesellschaften befindet sich der Konzern, der weltweit rund 58.000 Mitarbeiter beschäftigt, auf allen Stufen der Wertschöpfung im Bereich der Produktion, Veröffentlichung und Vertrieb digitaler Produkte und Dienstleistungen. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Vivendi-Konzern einen Umsatz von 28,8 Mrd. EUR und einen Gewinn von 2,95 Mrd. EUR. Obwohl Umsatz und Gewinn im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken sind, übertraf Vivendi die durchschnittlichen Prognosen der Analysten deutlich. Der Umsatz lag in den ersten drei Monaten des Jahres bei 7,12 Mrd. EUR und damit in etwa in Höhe des Vorjahreswertes. Der ausgewiesene Bilanzgewinn im ersten Quartal 2012 lag mit 941 Mio. EUR jedoch um 56% niedriger als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr 2012 bestätigte Vivendi die Erwartungen, die aus leicht sinkenden Zahlen für den Erlös und den Nettoertrag bestehen. Der Umsatz werde voraussichtlich um 1,6% auf 28,36 Mrd. EUR leicht sinken. Die Gewinnschätzung belaufe sich auf 2,6 Mrd. EUR, was eine Verminderung um rund 30% bedeuten würde. Es bleibt abzuwarten, ob die Prognosen zutreffen oder die zuletzt geplanten Umstrukturierungsmaßnahmen doch früher zu einer Ergebnisverbesserung führen. Die Vivendi-Tochter SFR habe noch in diesem Jahr vor, operative Kosten i.H.v. 450 Mio. EUR einzusparen, gefolgt von 350 Mio. EUR in 2013. Eine größere Sorge stelle laut Analystenmeinungen die hohe Verschuldung des Konzerns dar. Standard & Poor's stufte Vivendi auf BBB-, den zweitniedrigsten Investmentgrad, herab. Weitere Ratingagenturen drängen auf eine Reduzierung der Verschuldung. Dem wolle Vivendi mit dem Verkauf von Beteiligungen an Tochtergesellschaften begegnen. Der Konzern halte zurzeit noch Anteile in Höhe von rund 60% des US-amerikanischen Videospieleherstellers Activision Blizzard, deren Verkauf einen Erlös von rund 10 Mrd. USD einbringen könnte. Weitere Verkäufe wenig rentabler Beteiligungen könnten den Konsolidierungsprozess beschleunigen, so zuletzt auch die Meinung eines Analysten von Jefferies International. Neben den Verkaufserlösen könnten diese Beteiligungsveräußerungen Vivendi zudem mit einem weiteren Effekt zu Gute kommen. Der zurzeit relativ hohe Konglomeratsabschlag von 30%, den man vom Wert der einzelnen Unternehmensteile bei der Konzernbewertung subtrahiert, könne dadurch reduziert werden. Dies könnte eine Erhöhung der Bewertung der Anteilsscheine und damit eine sprunghafte Erhöhung des Aktienkurses nach sich ziehen. Darüber hinaus plane Vivendi zudem strategische Akquisitionen. Wie zuletzt bekannt wurde, plane der Mischkonzern aus Paris die Übernahme des englischen Musikverlags EMI. Sollte diese Aktion erfolgreich verlaufen, würde Vivendi damit laut Analystenmeinung beinahe doppelt so groß wie der nächst kleinere Konkurrent und seine breite Aufstellung im Markt weiter ausbauen. Ob die Übernahme durchführbar wird, müsse zunächst noch von EU-Wettbewerbshütern überprüft werden. Anleger sollten beachten, dass die Umsatzzahlen von Vivendi von vielen Einflussfaktoren abhängig sind. Zudem sind vergangene Wertentwicklungen kein Indikator für die Zukunft. Noch ist unklar, inwiefern die geplanten Restrukturierungsmaßnahmen umgesetzt werden können. Zudem sei noch abzuwarten, welche Entscheidungen die Wettbewerbshüter auf EU-Ebene hinsichtlich der geplanten Übernahme des Musikverlags EMI treffen werden. Darüber hinaus sind internationale Engagements stets politischen Risiken ausgesetzt, welche kurz- und langfristig zu negativen Effekten führen können. Bei einem aktuellen Kurs von 15,18 EUR bewerten derzeit 21 Analysten bei Bloomberg die Vivendi-Aktie mit "KAUFEN" und 11 Analysten mit "HALTEN". 2 Analysten setzen Vivendi auf "VERKAUFEN". Das 12-Monats-Kursziel auf Bloomberg liegt bei 16,50 EUR. Discount-Zertifikat auf Vivendi SA
Bonus-Cap-Zertifikat auf Vivendi SA
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