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12.07.12, 13:00

DAX Sentiment-Index: Ist das schon das Sommerloch?

DAX SENTIMENT INDEX

Ist das schon das Sommerloch?

Es bewegt sich viel und doch tut sich herzlich wenig. So lässt sich die derzeitige Lage am Aktienmarkt beschreiben. Vergangene Woche hatten Investoren jedenfalls einige Einflussfaktoren im Blick, von denen sie sich negative Einflüsse für den Aktienmarkt versprachen. In erster Linie waren das die US-Arbeitsmarktdaten. Tatsächlich ließ sich schon an den Vorabschätzungen - die dieses Jahr zum ersten Mal nicht sechsstellig waren - ablesen, dass die Hoffnungen auf eine positive Überraschung sehr gering waren. Auch lagen die Nonfarm-Payrolls seit Jahresbeginn noch nie so dicht an den Durchschnittsschätzungen der Marktteilnehmer. Mit anderen Worten: Die große Volatilitätswelle, die sich der ein oder andere - möglichst in Verbindung mit fallenden Aktienkursen - wünschte, blieb am Freitag aus. Aber immerhin entwickelte sich der Markt in die Marschrichtung, die die von der Börse Frankfurt befragten institutionellen Anleger favorisierten. Insgesamt verlor der DAX von seiner jüngsten Korrekturspitze bei 6.641 Punkten mehr als 4 Prozent.

Diese 4 Prozent konnten die Bären, die letzte Woche klar in der Mehrheit waren, aber nicht als vollen Gewinn einstreichen. Denn wir vermuten, dass die Short- Positionen irgendwann um den jüngsten Quartals- wechsel herum bei Kursen knapp unter 6.500 eröffnet wurden. D. h., eine große Ausbeute war - selbst bei gut getimten Eindeckungskäufen - kaum möglich. Zur Hilfe kam den Bären wohl, dass ausländische Investoren sich von einigen Aktien-Engagements getrennt haben dürften; darauf deutet auch die signifikante Schwäche des Euro seit unserer letzten Erhebung hin. Die Pessimisten der Vorwoche scheinen erkannt zu haben, dass trotz dieser Abgaben der DAX nicht wirklich schwach auf der Brust ist. Wohl auch deshalb haben sich 13 Prozent der Bären so fix aus dem Staub gemacht. Fast die Hälfte der abgewanderten Bären ist dabei einem typischen Effekt unterlegen. Stimuliert von einem kleinen, kurzfristigen Gewinn, haben sie sich nicht nur glattgestellt, sondern gleich auf die nächste Gegenbewegung spekuliert. Dieses Phänomen ist in der Behavioral Finance auch als "Playing with the house money" bekannt. Die Motivation, den nächsten Trade einzugehen, basiert dabei mehr auf dem jüngsten Gewinn, als auf neuen Erkenntnissen, die der zugrundeliegende Markt geliefert hat.

Der neue Optimismus, der aus den jüngsten Verschiebungen entstanden ist, darf somit nicht überbewertet werden, zumal der Bull/Bear-Index auf ähnlichem Niveau notiert wie in den beiden Wochen vor dem jüngsten pessimistischen Ausreißer. Insgesamt lässt sich keinesfalls von einer bullishen Stimmung sprechen. Und auch die fundamentale Einschätzung der Marktteilnehmer hat sich nicht merklich verändert: Die US-Arbeitsmarktdaten dürften die meisten sogar in ihrer Haltung bestätigt haben. Die Aussichten für die Weltwirtschaft sind trübe, für die Eurozone sowieso und auch seitens der Unternehmensgewinne dürfte es keine Welle positiver Überraschungen geben. Unter diesem Aspekt macht der deutsche Aktienmarkt immer noch eine erstaunlich gute Figur. Das haben wohl auch die befragten Akteure erkannt. Ihre Strategien sind jedenfalls nicht mehr auf den großen Abwärtstrend oder auf außerordentliche Volatilität ausgelegt. Sind das schon die Vorboten des Sommerlochs?

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