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HSBC Trinkaus Tradingpraxis: Die Rationalitätsfallen |
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Der Mensch agiert emotional. Auch im aktiven Trading bleibt der homo oeconomicus eine Legende. Daraus resultieren immer wieder Fehler, die man auch als Rationalitätsfallen bezeichnen könnte. Die wichtigsten wollen wir hier darstellen.
Anwendung von Heuristiken ("Vorschnelles Handeln") Der Marktteilnehmer nimmt sich nur wenig Zeit, die aktuelle Lage einzuschätzen, und greift auf vergleichsweise wenig Informationen zurück. Sein Problem besteht insbesondere darin, dass die für ihn leicht verfügbaren Informationen sein Urteil und somit seine Engagements zu stark bestimmen. Dies führt nicht selten zu Fehleinschätzungen und Entscheidungen, die man als nicht optimal bezeichnen muss. Zugleich denkt er in bestimmten Mustern beziehungsweise Stereotypen. Er wird hierbei ebenfalls leicht zum Opfer bestimmter Trugschlüsse und Irrtümer. Beispielsweise sieht er Zusammenhänge, nur weil sie gut in ein Schema passen, auch wenn sie tatsächlich gar nicht bestehen. Relatives Bewerten ("Zu starke Orientierung an Einstandspreisen") Der Akteur führt typischerweise für jedes Engagement ein eigenes "Konto" im Kopf. Er orientiert sich sehr genau am Einstandspreis und möchte jedes seiner Konten mit Gewinn abschließen. Dabei neigt er bei einem negativ verlaufenden Engagement zur Risikofreude, das heißt, er lässt Verluste laufen. Gerne erhöht er seine Position zu günstigeren Kursen, um somit den Einstandspreis zu verbilligen. Zugleich ist er bei einem gut laufenden Engagement zu risikoscheu und tendiert deswegen zu verfrühten Gewinnmitnahmen. Streben nach Dissonanzfreiheit ("Das Festhalten an Entscheidungen") Der Marktteilnehmer kann sich nur schlecht eingestehen, dass er bei einem Engagement einen Fehler gemacht haben soll. Er klebt förmlich an seiner Entscheidung und sucht nach Möglichkeiten, diese missliche Situation auszugleichen. Sein Problem besteht insbesondere darin, dass er sein Verlustengagement zumindest noch zum Einstandspreis schließen muss, auch wenn dies nicht mehr sinnvoll oder möglich erscheint. Deshalb neigt er dazu, die Gewinnchancen seiner im Wert stark gefallenen Aktien zu überschätzen, nur um sich selbst (oder anderen) keinen Fehler eingestehen zu müssen. Aus demselben Grund nimmt er nur Informationen wahr, die ihm gelegen kommen, während er unangenehme Neuigkeiten weitgehend verharmlost oder gar ignoriert. Kontrollillusion ("Überschätzen der Kontrollmöglichkeiten") Hier neigt man dazu, seine Fähigkeiten zur Kursprognose insbesondere nach einigen erfolgreichen Engagements zu überschätzen. Man glaubt, die Situation gut im Griff zu haben, und nimmt überhöhte Risiken auf sich. Die Folge: Man läuft Gefahr, an seinen Prognosen beziehungsweise Anlageentscheidungen zu lange festzuhalten. Der Akteur hat in der Regel viel Geld in einige wenige Wertpapiere investiert, von deren Erfolg er felsenfest überzeugt ist. Häufig agiert dieser Anleger in einem einzigen Marktsegment. Sein Ziel ist es, vor aller Welt gut dazustehen und so schnell wie möglich reich zu werden. Kontrollverlust-Phänomene ("Angst vor nicht kontrollierbaren Engagements") Der Akteur hat ein hohes Bedürfnis, das Risiko seines Engagements zu kontrollieren. Er möchte gut informiert sein und gerät unter starken Stress, wenn er erkennen muss, dass er die Situation kaum kontrollieren kann. Insbesondere bei heftigen Kursschwankungen fühlt er sich hoffnungslos ausgeliefert. Hier geht?s zur Homepage von HSBC Trinkaus |
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