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WGZ Cognitrend Report - das Marktgeschehen aus dem Blickwinkel der verhaltensorientierten Forschung Auch an Unsicherheit lässt es sich gewöhnen Dass das Risiko für den Aktienmarkt in der vergangenen Woche auf der Unterseite gelegen hat, hatten unsere Analysen bereits im Vorfeld gezeigt. Was allerdings wohl kein Analyst auf dem Schirm hatte, war die Ursache für diesen abermals mehr als zehnprozentigen Einbruch des DAX von seinem bisherigen Korrekturhoch (6.430). Natürlich hatten die Skeptiker bereits vorher mehr oder weniger laut ihren Unmut über das EU-Rettungspaket geäußert. Doch das sind wir von vorherigen Gipfeltreffen gewohnt. Gipfeltreffen, auf denen Entscheidungen mit sinkender Halbwertszeit getroffen werden. Dies gilt allerdings nicht nur für positive Ereignisse. Nur dauert die Gewöhnung an Negatives häufig doppelt so lange. Vor allem wenn es auf der negativen Seite zu einem so ungeheuren Überraschungsschlag kommt, wie die Ankündigung des griechischen Premier Giorgos Papandreou, ein Referendum zum EU-Rettungspaket abzuhalten. Eine Volksabstimmung, die jetzt doch nicht stattfinden wird und auch verfassungsrechtlich nicht ganz unproblematisch gewesen wäre, da sie die öffentlichen Finanzen Griechenlands betroffen hätte. All dies ist jetzt Makulatur und es drängt sich die Frage auf, warum Papandreou überhaupt diesen Weg eingeschlagen hat. Die Antworten der Kommentatoren reichten interessanterweise von Amtsmüdigkeit bis zu einem Nicht-loslassen-Wollen des Premiers von der Macht. Dennoch ist beachtlich, wie schnell die Börsianer auch diesen neuerlichen Unsicherheitsfaktor vom Tisch wischten, der mit der Vertrauensfrage Papandreous an das Parlament Freitagnacht einen weiteren dramatischen Höhepunkt fand. Eine Abstimmung, die er am Ende zwar gewann, dann aber doch den Weg für eine Große Koalition ohne ihn als Premier freigeben musste. Und so gehen die Daxianer abermals mit hoher Unsicherheit in die kommende Berichtswoche. Ein Zustand, der zwar bei den Händlern nicht beliebt ist, an den man sich jedoch mit der Zeit und über Wochen hinweg ebenfalls gewöhnen kann. Am Ende könnte es sogar zu einer Situation kommen, in der viele Akteure auch im Hinblick auf das näher rückende Jahresende und die überwiegende Untergewichtung in Aktien dem Markt hinterherrennen müssen. Solange der DAX jedoch unter 6.150 Zählern notiert, reicht das Potenzial für Kursverluste bis 5.590/95. Alle in diesem Dokument genannten Preisniveaus verlieren bei einem Durchstoß von zehn Punkten ihre Gültigkeit. |
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