Die Kapitalmärkte in dieser Woche
Das dritte Quartal des Jahres 2011 wird wahrlich nicht mit Goldrand in die Geschichtsbücher eingehen. Nachdem die Euro-Schuldenkrise von den Märkten über große Strecken des ersten Halbjahres als weitgehend beherrschbar eingestuft wurde, verschärfte sich die Situation Ende Juli plötzlich wieder. Vor allem die zunehmende Einbeziehung Italiens in den Schuldenstrudel verunsicherte und führte bei vielen Investoren zu einer massiv steigenden Risikoaversion. Parallel dazu trübten sich auch die Konjunkturaussichten sukzessive ein. Vor allem in den USA, aber auch in den für die Weltwirtschaft so wichtigen Schwellenländern verflog der Konjunkturoptimismus und machte Abwärtsrevisionen Platz. Unterschrittene technische Marken, insbesondere aber durch gerissene Stop-Loss-Marken erzwungene Verkäufe führten zu einem nicht aufhaltbaren Abwärtssog und machten den August zum
zweitschlechtesten Monat in der DAX-Geschichte. |
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Werner Bader, LBBW |
Erst im Bereich von 5 000 Punktenüber 30 % unter dem Stand am Anfang des Vierteljahrs – fand der DAX Mitte September einen Tiefpunkt und ist seither auf der Suche nach einem tragfähigen Boden. Die Chancen, dass ihm das im vierten Quartal gelingen wird, sind gar nicht so schlecht. Nicht in erster Linie, weil das letzte Vierteljahr im Jahresrhythmus der Börsen meistens relativ gut abgeschnitten hat. Vielmehr ist auf dem nun ereichten Niveau schon sehr viel Negatives in den Kursen eingepreist und diejenigen unter den Investoren, die verkaufen wollen oder verkaufen müssen, haben sich zum großen Teil bereits von den Märkten verabschiedet. Verkaufsdruck von strategischem Aktienkapital dürfte daher nur noch selektiv vorhanden sein. Unter der Voraussetzung, dass das Börsenumfeld Wege der Stabilisierung findet, erscheint vorsichtiger Optimismus für die Zeit bis zum Jahresende nicht ganz unberechtigt zu sein.
Quelle: Werner Bader, Leiter LBBW Retail Research
Stand: 30.09.2011
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