Die Kapitalmärkte in dieser Woche
|
Von Frühlingsgefühlen ist an den Aktienmärkten nichts zu bemerken. Im Gegenteil, seit dem Jahreshoch im März trübt sich die Stimmungslage immer mehr ein. Der DAX hat einen Großteil der seit Jahresanfang erzielten Gewinne wieder verloren und nähert sich wieder der Marke von 6 000 Index-Punkten, der Euro Stoxx 50 notiert in der Jahresrechnung inzwischen sogar in den roten Zahlen. Zuletzt kam der Gegenwind vor allem von der politischen Seite. Der Wahlausgang in Frankreich und vor allem der in Griechenland war nicht nach dem Geschmack der Börsianer. Zudem gibt die Entwicklung in Spanien immer mehr Anlass zur Sorge. Die Wirtschaft entwickelt sich schwächer als erwartet, und die Banken stecken in größeren Schwierigkeiten als bislang vermutet. So kamen zuletzt Gerüchte auf, Kunden hätten vom angeschlagenen Institut Bankia hohe Summen abgezogen. |
|
Werner Bader, LBBW |
Vor diesem Hintergrund hat die Risikoaversion wieder deutlich zugenommen. Während sichere Anlagen wie Bundesanleihen sehr gefragt waren und die Renditen neue Rekordtiefs erreichten, sind die Preise für Absicherungen an den Aktienmärkten deutlich gestiegen. Insgesamt befinden sich die Aktienmärkte derzeit im Spannungsfeld zwischen guten fundamentalen Unternehmensdaten - die Berichte über das erste Quartal deuten auf weitere Gewinnsteigerungen im laufenden Geschäftsjahr hin - und einem schwierigen Börsenumfeld. Da sich an diesem Stimmungsbild kurzfristig wohl nichts Wesentliches ändern wird, dürften DAX und Co. vorerst in unruhigem Fahrwasser bleiben. Bei einem mittel- bis längerfristigen Anlagehorizont erscheinen Aktien gerade auf dem ermäßigten Niveau angesichts günstiger Bewertung, stabiler Unternehmensdaten und wenig attraktiver Anlagealternativen aber durchaus interessant.
Quelle: Werner Bader, Leiter LBBW Retail Research
Stand: 18.05.2012
Informationen zu passenden Produkten finden Sie unter: : http://www.lbbw-zertifikate.de
|