Veröffentlichung:
14. Juli 2009

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DZB premium 0709 - Leseprobe: Titelstory

Dieses mal in der Leseprobe: Die Titelstory der siebten Ausgabe von DZB premium: Ab jetzt den Cap weglassen!

Außerdem in DZB premium 0709 (nur für Abonnenten):
* DZB Marktmonitor - Aktuelle Produktkonditionen
* Markt und Trends: Zertifikatevertrieb schöpft wieder Mut
* Marktideen: Siemens, Telekom, Deutsche Bank
* Zertifikate Quick-Checks:
    CG 2x Inflations Anleihe (WKN A1AH12)
    DZ Index Klassik Garant VI (WKN AK0ER2)
    DBK Asia Bonus Cap Quanto (WKN DB0WL5)
* Zeichnungskalender: Top-Zertifikate locken mit hohen Renditen
* Watchlist: Klimaschutz: USA und China sind mit im Boot
* Hot Spot: Rubel lockt zur Erholungsspekulation

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Ab jetzt den Cap weglassen!

Wirtschaftsforscher und Großinvestoren bereiten sich auf ein baldiges Ende der Krise vor. Damit beginnt die Zeit für mittelfristige Neuengagements. Hier muss beachtet werden, dass die Ertragschance nicht nach oben gedeckelt ist.

Man mag es glauben oder nicht, aber am Ende des Tunnels sammeln sich langsam aber sicher wieder die Lichtquellen. Ende der vergangenen Woche präsentierten mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gleich zwei namhafte Adressen neue deutlich verbesserte Konjunkturprognosen.Der IWF geht davon aus, dass die Weltwirtschaft sehr viel schneller als bisher gedacht aus der Rezession befreien wird und es schon 2010 wieder zu einem Wachstum von 2,5 Prozent kommt. Bislang war der IWF lediglich von einem Zuwachs um 1,9 Prozent ausgegangen. Zuversichtlich gibt sich auch das DIW, das von deutlichen Signalen einer Bodenbildung spricht, die auch durch die jüngsten Zahlen zu den Auftragseingängen bestätigt werden. Die waren zuletzt dreimal in Folge gestiegen. Im Mai sogar um 4,4 Prozent.

Noch wichtiger als die Aussagen der Forschungsinstitutionen ist aber, dass auch auf Investorenseite neuer Mut aufkommt. Etwa bei der Allianz, deren Chefvolkswirt Michael Heise am Freitag ebenfalls in das Erholungs- Horn geblasen hat. Und nicht nur das. Während sich die meisten anderen Strategen lediglich zu vorsichtigen Verweisen auf ein besseres 2010 hinreißen lassen, sagt Heise schon für das zweite Halbjahr eine kräftige- Belebung der Konjunktur voraus, die schon in den Sommermonaten beginnen könnte.Die in den vergangenen Monaten weit vorausgeeilte Börse hat die neuen Daten zunächst allerdings weitgehend ignoriert und ihre Korrektur fortgesetzt. Das muss kein schlechtes Zeichen sein. Schließlich ist die Korrektur von heute, immer auch das Erholungspotenzial von morgen. Berater und Kunden können dies nutzen, um sich wieder in Position zu bringen und darauf zu bauen, dass zumindest auf mittlere Sicht wieder mit deutlich höheren Börsenkursen zu rechnen ist. Sicher ist das zwar nicht, aber es fällt schwer sich vorzustellen, dass der Dax inmitten der schlimmsten Krise seit 80 Jahren per Saldo höher notieren soll, als drei, vier oder fünf Jahre nach Überwindung eben dieser Krise. Zu beachten ist dabei allerdings, dass Anlagen mit einem solchen Zeithorizont idealerweise nicht nach oben gedeckelt sein sollten. Dies legt schon der Blick auf die Erholung nach dem Platzen der Dotcom-Blase nahe. Nach deren Überwindung hat sich der Dax binnen weniger Jahre mehr als verdreifacht, und es ist ebenfalls nicht einzusehen, warum dies nach einer sehr viel schwerwiegenderen Krise nicht erneut geschehen sollte. Zumindest die Option darauf sollte gewahrt werden.

Aus Beratersicht gilt das Augenmerk jetzt also Strukturen, deren Ertragspotenzial nach oben nicht limitiert wird. Dies spricht dummerweise gegen das Gros der derzeit vermehrt angebotenen Produkte. Denn selbst die momentan sehr erfolgreich lancierten Top-Zertifikate mit der Chance auf eine Kapitalverdopplung beschränken letzten Endes die Möglichkeiten, die sich in einer langen und starken Börsenerholung ergeben können. Express, Discount und Capped Bonus fallen ebenfalls durchs Raster und aufgrund des derzeitigen Marktumfelds sind auch Indexgaranten kaum ohne Cap darstellbar.Kein vorzeitiger Ausfall des Bonus.

Trotzdem gibt es Alternativen. Eine Mischform aus Bonus und Express passt beinahe perfekt ins derzeitige Börsenumfeld. Die unter verschiedenen Produktbezeichnungen angebotene Kombi-Struktur bietet nämlich nicht nur das unbeschränkte Aufwärtspotenzial, sondern liefert zudem eine Abwärtsversicherung, die ungleich solider ist, als beim klassischen Bonuszertifikat. Denn anders als dort folgt die hier verwendete Sicherungsschwelle dem Expressmodell, bei dem nur am Ende der Laufzeit die Schutzfunktion verloren gehen kann. Dadurch würde ein - jetzt immer noch möglicher und vielen Anlegern befürchteter - kurzfristiger Einbruch der Aktienkurse, nicht dazu führen, dass Schutz und Bonushoffnung vorzeitig aufgehoben werden können. Bei dem derzeit von der WestLB zur Zeichnung angebotenen Easy Bonus etwa erleiden Anleger nur dann einen Verlust, wenn der Euro Stoxx 50 am 28. Oktober 2013 unterhalb der Sicherungsschwelleschließt. Diese Schwelle wird am Ende der Zeichnungsfrist bei 50 Prozent des dann festgestellten Indexstands festgezurrt. Aus heutiger Sicht würde sie bei etwa 1150 Index-punkten liegen (WKN: WLB2UV). Gleiches gilt für die als Bonus Pro oder Bonus Plus angebotenen Papiere der Hypo- Vereinsbank und der LBBW. Auch hier spielt es letztlich keine Rolle, was der Index in den kommenden Wochen und Monaten macht. Maßgeblich sind auch hier nur die Kurse in den Jahren 2013 und 2014.

Die Kehrseite der sehr defensiven Medaille sind die vergleichsweise moderaten Bonusrenditen dieser Papiere. Sie liegen je nach Größe des Sicherungspuffers nur knapp über oder unter drei Prozent pro Jahr. Klassische Bonuspapiere, bei denen die Sicherungsfunktion jederzeit aufgehoben werden kann, bieten bei sonst gleichen Bedingungen rund sieben Prozent Bonusrendite. Das gilt beispielsweise für ein von der HVB parallel angebotenes klassisches Bonuszertifikat mit der üblichen kontinuierlichen Barrierebetrachtung (WKN: HV5ATZ, Zeichnung bis 24.07.09). Berater sollten sich davon aber trotzdem nicht blenden lassen. Gerade mit Blick auf die negativen Erfahrungen, die viele Anleger im vergangenen Jahr mit normalen Bonuszertifikaten gemacht haben, ist es ratsam die Bonusrendite bei der Produktauswahl im Moment hintan zu stellen. Zumal die eigentliche Anlageidee ohnehin darauf ausgerichtet ist oder sein sollte, dass es auf Sicht von vier oder fünf Jahren an der Börse wieder deutlich nach oben gehen kann. Das angestrebte Renditeziel des Investments liegt mithin sowieso oberhalb jeder denkbaren Seitwärtsrendite, sodass die erheblich größere Sicherheit der „Expressschwelle“ mit einmaliger Stichtagsbetrachtung am Ende der Laufzeit in jedem Fall zu bevorzugen ist. Das gilt auch und gerade, weil sich der bessere Schutz dieser Option auch schon kurzfristig bemerkbar machen würde: Bei einem immer noch möglichen Crash in den kommenden Wochen würde es bei diesen Papieren weniger stark nach unten gehen als beim einfachen Bonus, der gerade bei langer Restlaufzeit im Zweifel wie ein Stein mit der Börse nach unten einbricht.

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